Titel: Ueber das Verhalten verschiedener hygroskopischer Stoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 8 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi02_8

Ueber das Verhalten verschiedener hygroskopischer Stoffe.

Nach Versuchen von W. Müller-Erzbach (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1881 S. 1093) nahm in einer durch Quecksilber abgesperrten Atmosphäre in 102 Tagen bei einer Durchschnittstemperatur von ungefähr 110 Phosphorsäureanhydrid 1mg und Schwefelsäure 0mg,5 zu. Diese Zunahme muſs dem in den absperrenden kleinen Glascylinder eingedrungenen Wasserdampf zugeschrieben werden, welcher demnach von der Phosphorsäure lebhafter aufgenommen wurde.

In einer zugeschmolzenen Glasröhre befanden sich zwei einerseits offene Glasröhren mit Phosphorsäureanhydrid und Kalihydrat. Das Kalihydrat war bei Rothglühhitze entwässert und dann mit 2,6 Proc. Wasser versetzt, doch so, daſs nach der offenen Seite eine Schicht von entwässertem Kali das andere bedeckte; der Versuch dauerte in einem auch während des Winters nicht geheizten Zimmer 340 Tage. Die Röhre mit Kali hatte ihr Gewicht nicht geändert, die andere war fast 1mg schwerer geworden, so daſs demnach dem Kali kein Wasser entzogen war. Festes Kali von gröſserem Wassergehalt als der Formel 2KOH.H2O entspricht (19⅓ Proc.) verlor während des Sommers in 136 Tagen 22mg von seinem Gewichte an das Anhydrid.

Beim Absperren über Quecksilber verlor Natronhydrat mit 4,4 Proc. Wasser an Phosphorsäureanhydrid in 78 Tagen 4mg. An concentrirte Schwefelsäure gab Chlorcalcium mit 5,6 Proc. Wasser in 77 Tagen bei einer Durchschnittstemperatur von 15° 6mg ab, ein anderes mit 8 Proc. Wasser in 111 Tagen an Phosphorsäure 11mg. Dem Chlorcalcium wird also durch beide Säuren Wasser entzogen. Aetznatron kann durch Aetzkali in einer zugeschmolzenen Glasröhre ganz entwässert werden. Aetzkali mit 2,2 Proc. Wasser entzog einem Chlorcalcium mit 3 Proc. Wasser in 346 Tagen 6mg Wasser. Aetznatron mit 3,4 Proc. Wasser, in einer Glasröhre mit Chlorcalcium von 9 Proc. Wassergehalt eingeschlossen, wurde in 136 Tagen 1mg schwerer, während das Chlorcalcium 1mg,5 verloren hatte.

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