Titel: Zur Kenntniſs der Chromverbindungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 17 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi03_17

Zur Kenntniſs der Chromverbindungen.

Nach H. Moissan (Comptes rendus, 1881 Bd. 92 S. 792) erhält man das Chromchlorür, CrCl2, durch Behandlung von rothglühendem Chrom mit Chlorwasserstoff in weiſsen Krystallen, oder in einer rothglühenden Porzellanretorte aus Chromchlorid mit Salmiakdampf in weiſsen Blättchen, welche sich in Wasser mit blauer Farbe lösen.

Zur Gewinnung von schwefelsaurem Chromoxydul, CrSO4.7H2O, welches mit dem schwefelsauren Magnesium isomorphe blaue Krystalle bildet, wird Chromchlorid durch Zink und Salzsäure reducirt, durch eine concentrirte Lösung von essigsaurem Natrium daraus essigsaures Chromoxydul gefällt, welches mittels verdünnter Schwefelsäure in Sulfat übergeführt wird. Concentrirte Schwefelsäure bildet damit ein weiſses, an Wasser ärmeres Sulfat. Die Lösung des Chromoxydul Sulfates färbt sich wie Eisenvitriol braun.

Zur Herstellung von Natriumsulfochromit, Na2Cr2S4, verreibt man nach M. Gröger (Monatshefte für Chemie, 1881 S. 266) 1g bei niederer Temperatur getrocknetes Chromhydrat mit 9g trockenem Natriumcarbonat und 11g Schwefel zu einem feinen Pulver und erhitzt in einem bedeckten Porzellantiegel so weit, daſs der Schwefel verdampft; nach etwa 15 Minuten läſst man dann erkalten. Die erkaltete Schmelze übergieſst man mit etwas Wasser, um die Schwefelverbindungen des Natriums zu lösen, läſst das Ungelöste sich absetzen und wäscht mit einer Aetznatronlösung, die in 1l 15g Aetznatron enthält, durch Decantation so lange aus, bis sich in der Flüssigkeit weder Schwefelnatrium, noch Natriumthiosulfat nachweisen läſst. Sodann wäscht man die Aetznatronlösung, mit welcher der Niederschlag durchdrängt ist, mit starkem Weingeist weg so lange, bis die Waschflüssigkeit Curcumapapier nicht mehr bräunt, verdrängt diese schlieſslich durch absoluten Alkohol, bringt den Niederschlag auſs Filter, läſst abtropfen und trocknet dann rasch.

Die so erhaltene Verbindung ist ein dunkel ziegelrothes amorphes Pulver. Im trockenen Zustande erleidet sie beim Liegen an der Luft keine Veränderung. Erhitzt man sie auf höhere Temperatur, so erglüht sie unter Entwicklung von Schwefeldioxyd und Zurücklassung eines Gemenges von Chromsesquioxyd und Natriumsulfat. Durch Behandlung mit den entsprechenden Metallsalzlösungen wurden die Sulfochromite erhalten: von Silber Ag2Cr2S4, von Kupfer CuCr2S4, bezieh. von Blei, Cadmium, Kobalt, Nickel und Zinn SnCr2S4. Sie sind unlöslich in Wasser und Salzsäure, werden aber von Salpetersäure leicht oxydirt.

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