Titel: Zur Kenntniſs der Benzolverbindungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 19 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi03_19

Zur Kenntniſs der Benzolverbindungen.

Die Einwirkung von Schwefelsäure auf Mono-, Di- und Tribrombenzol hat J. Herzig (Monatshefte der Chemie, 1881 S. 192) untersucht. Erhitzt man Monobrombenzol mit 10 Th. Schwefelsäure, so erhält man nach etwa 8 Stunden eine braune Lösung verschiedener bromirter Benzolsulfosäuren. Durch Ausschütteln mit Aether erhält man Dibrombenzolsulfosäure, deren Kaliumverbindung, C6H3Br2KSO3, in wasserfreien glänzenden Blättchen erhalten wird. Die in Aether unlösliche Flüssigkeit gibt monobrombenzoldisulfosaures Kalium, C6H3Br(KSO3)2. Durch Einwirkung von Schwefelsäure auf Paradibrombenzol wurde Tetrabrombenzol, C6H2Br4, und Hexabrombenzol, C6Br6, erhalten, während das Tribrombenzol mit Schwefelsäure vorwiegend Hexabrombenzol gibt.

Eine neue Azobenzoldisulfosäure erhielt J. V. Janovsky (Daselbst S. 219) durch Behandlung von Azobenzol mit 6 Th. Pyroschwefelsäure bei 135°. Nach dem Verdünnen mit 4 Th. Wasser krystallisirt die Monosulfosäure des Azobenzols heraus, die Disulfosäure, C12H8N2(SO3H)2.2H2O, bleibt in Lösung. Letztere Verbindung erhält man besser durch Erwärmen von Azobenzol mit 5 Th. krystallisirter Pyroschwefelsäure auf 150°. Die Säure krystallisirt beim langsamen Verdunsten in büschelförmig gruppirten, orangerothen, leicht zerflieſslichen Nadeln. Erhitzt man Azobenzol mit krystallisirter Pyroschwefelsäure auf 210°, so tritt plötzlich ein Aufwallen unter theilweiser Verkohlung ein, die Temperatur steigt plötzlich auf 235° (bei etwa 5g Azobenzol und 25g Säure) unter Entbindung von Schwefeldioxyd. Wird die Reactionsmasse mit Wasser ausgekocht, so bilden sich beim Erkalten monokline, brillantglänzende, wasserhelle Krystalle; dieselben verwittern leicht an der Luft (Wasser 9,87 Proc.) und geben bei der Analyse 48,22 Proc. SO3, woraus sich der Schwefelgehalt von 19,29 berechnet. Derselbe sowie ihr Verhalten deuten auf eine Sulfisäure des Azobenzols. Die Mutterlauge dieser Substanz liefert pyramidenförmige Krystalle, welche wegen Mangel an Substanz noch nicht untersucht werden konnten.

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