Titel: Blake's und Berliner's Mikrophon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 6 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi03_6

Blake's und Berliner's Mikrophon.

Das als Telephonsender benutzte Mikrophon von F. Blake besteht nach dem Telegraphic Journal, 1881 Bd. 7 S. 312 im Wesentlichen aus folgenden Theilen. Eine aus einem dünnen Eisenplättchen bestehende Membran wird durch zwei an ihren freien Enden mit Hartgummiplättchen oder einem Gummischlauchstückchen versehene Federn nahe der Mitte gegen den inneren Rand eines Metallringes gepreſst, von dem dieselbe jedoch durch einen dazwischen gelegten Papier- oder Gummiring getrennt ist. Der Metallring dient sämmtlichen Theilen als Grundlage und ist auf ein mit einem Schalltrichter versehenes Brett aufgeschraubt, welches den Deckel des das Ganze umschlieſsenden Gehäuses bildet. Die Contactvorrichtungen sind an einem Winkelstück von der Form angebracht, das wiederum durch eine Feder an einem Lappen des Metallringes befestigt ist, der senkrecht zu der Ebene des letzteren steht. Das Winkelstück nimmt eine solche Lage gegen die Membran ein, daſs seine beiden Arme gegen dieselbe gerichtet sind und sein Mittelstück parallel zu der Ebene der Membran ist. Der kleine, rechtwinklige Arm trägt nun an zwei an denselben angeschraubten, gegen einander und gegen den Metallring isolirten Federn die Contactstücke. Zunächst der Membran befindet sich ein kleines Platinhämmerchen, dessen schwache Feder bestrebt ist, es von der Membran zu entfernen. Das zweite Contactstück besteht aus einem Kohlenstückchen, welches in einer massiven, etwas schweren Metallhülse sitzt; seine starke Feder drückt dasselbe an das Platinstück und letzteres an die Membran. Die Einstellung wird durch eine Schraube bewirkt, welche in einem zweiten, dem ersten diametral gegenüber stehenden Lappen des Metallringes sitzt und auf die Auſsenseite des schiefen Armes des Winkelstückes wirkt. Die Leitung geht von den beiden Contactstücken durch die primäre Rolle eines Inductors zur Batterie zurück; die Enden der secundären Rolle stehen mit der Telephonleitung in Verbindung.

Bei E. Berliner's Mikrophon ist die Eisenblechmembran von einem um ihren Rand gelegten Gummiringe eingefaſst und wird zwischen vier Vorsprüngen an dem mit der Schallöffnung versehenen guſseisernen Deckel des das Ganze umschlieſsenden Gehäuses an gepreſst. Auf der Membran ruht ein cylindrisches Stück Graphit, welches in einer Blechhülse sitzt; diese ist auf eine Neusilberfeder geschraubt, welche durch eine Schraube fest gegen den Gummiring, mit ihrem in einem Stück Gummischlauch steckenden anderen Ende aber durch eine zweite auf die Membran selbst gepreſst wird. Die |237| erstere Schraube sitzt in einem in einen Guſsvorsprung eingelassenen Hartgummistück, ist also isolirt von dem metallenen Deckel. Zwischen das Hartgummistückchen und den Vorsprung ist gleichzeitig ein 1mm starker, ziemlich breiter Neusilberblechstreifen eingeklemmt, aus dessen mittlerem Theile ein Lappen ausgestanzt und schräg nach oben heraus gebogen ist; auf diesen ist ein Messingstreifen angeschraubt, an welchen sich in einem Scharnier ein zweiter anschlieſst und an dessen freiem Ende sitzt ein in eine Hülse eingeschlossener Graphitcylinder, der frei herabhängt und sich durch seine eigene Schwere gegen das auf der Membran ruhende Graphitstück legt. Die Feder und der Streifen aus Neusilber bilden die Zuleitungen des Stromes. Die Einstellung geschieht durch eine in dem freien Ende des breiten Neusilberstreifens befindliche Schraube, mit welcher man letzteren von der Membran abstellen kann. Die Wirkung des Senders wird, wie bei dem Blake'schen, durch eine eingeschaltete Inductionsspirale verstärkt. Nach der Zeitschrift für angewandte Elektricitätslehre, 1881 Bd. 2 S. 341, hätte Berliner diesen Telephonsender bereits im J. 1877 erfunden.

Jetzt wird der Berliner'sche Sender etwas anders ausgeführt, in so fern das obere der durch das Gelenk verbundenen beiden Messingplättchen an der Stelle, wo die ihn an dem gleich an dem Deckel angeschraubten Neusilberstreifen festhaltende Schraube durchgeht, mit einem längeren Schlitze versehen und somit leicht verstellbar gemacht ist; von der Hülse des an der Membran befestigten Graphitstückchens läuft eine Neusilberfeder aus, über welche da, wo sie sich an die Hülse anschlieſst, ein Stückchen Gummischlauch geschoben ist, der die Feder von der Membran trennt; bei geschlossenem Sender legt sich die Feder auf ein Neusilberblech auf, an welches durch die primäre Spule des Inductors hindurch das eine Ende des Schlieſsungskreises geführt ist, während das andere an eine beim Schlieſsen vom Deckel berührte Feder gelegt ist. Die Membran ist wieder durch einen um ihren Rand gelegten Gummiring von dem Deckel getrennt. (Nach der Elektrotechnischen Zeitschrift, 1881 S. 218.)

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