Titel: Zur Verarbeitung des Theeres.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 23 (S. 324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi04_23

Zur Verarbeitung des Theeres.

C. M. Warren in Paris (D. R. P. Kl. 22 Nr. 12 933 vom 16. Juli 1880) destillirt von etwa 45t Steinkohlentheer in bekannter Weise Kreosot, Naphta und Anthracen ab, setzt dann dem noch flüssigen Rückstande etwa 7t,5 heiſse Petroleumrückstände unter Umrühren hinzu und destillirt weiter. Dieses letzte Destillat wird gesondert auf Anthracen verarbeitet. Der Rückstand wird zu Bedachungen, Asphaltpflasterungen u. dgl. verwendet. Durch dieses Verfahren soll wesentlich mehr Anthracen gewonnen werden als früher.

G. W. Davey in Barking (Englisches Patent Nr. 2666 vom 29. Juni 1880) will während der Destillation des Theeres heiſse Luft bis auf den Boden der Retorte eintreiben.

Um das rohe Benzol von Schwefelkohlenstoff zu reinigen, wird es nach B. Nickels (Chemical News, 1881 Bd. 43 S. 148) mit etwa 10 Procent einer gesättigten Lösung von Kalihydrat in absolutem Alkohol geschüttelt, worauf Kaliumsulfocarbonat auskrystallisirt. Das Benzol wird dann mit Wasser gewaschen, schlieſslich mittels Gyps entwässert. Zur technischen Reinigung kann man auch eine Lösung von Kali in Methylalkohol verwenden, wenn man keine Destillationscolonnen zur Verfügung hat.

S. Clift in The Morfa, Wales (Englisches Patent Nr. 967 vom 5. März 1880) behandelt die Theeröle mit Alkalien und zerlegt die Lösungen durch Einleiten von Kohlensäure um einerseits die Phenole, andererseits das Alkalicarbonat zu gewinnen.

J. Gill in Manchester (Englisches Patent Nr. 1456 vom 9. April 1880) zerlegt diese alkalischen Lösungen mit Schwefligsäure.

Der bei der Verarbeitung von Korkabfällen auf Leuchtgas erhaltene rothbraune Theer gab nach L. Bordet (Comptes rendus, 1881 Bd. 92 S. 728) bei der fractionirten Destillation 27 Proc. leichtes, bei 210° übergehendes Oel, welches wesentlich aus aromatischen Kohlenwasserstoffen, namentlich Benzol und Toluol mit etwas Naphtalin besteht. Das schwere Oel enthält Anthracen und wenig Phenol. Die bei der Gasbereitung verdichtete wässerige Flüssigkeit enthält Methylalkohol, Essigsäure und Ammoniak nebst wenig Methylamin, Propionsäure und Cyanwasserstoffsäure.

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