Titel: Leder zu Hutfutter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 8 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi04_8

Leder zu Hutfutter.

Das Schweifsleder von Hüten und Mützen verursacht zuweilen auf der Stirn solcher Personen, welche eine leicht reizbare Haut besitzen, Entzündungserscheinungen, welche nach den Versuchen der Chemischen Centralstelle in Dresden (Industriezeitung, 1881 S. 292) dem Gehalte des hierzu verwendeten sämischgaren Leders an ranzigem Oel zuzuschreiben sind. Leder, welches nachweislich Hautentzündungen hervorgerufen hatte, enthielt z.B. 42 Proc. ranziges Fett mit 26 Proc. Oelsäuren, aber nicht die Spur eines Farbengiftes. Es ist wahrscheinlich, daſs die Entzündungserscheinungen der Stirnhaut, welche mit dem Tragen dieses Schweifsleders auftraten, auf dessen hohen Gehalt von ranzigem Oel zurückzuführen sind. Da aber das sämischgare Leder durch lohgares oder weiſsgares zu genannten Zwecken nicht ersetzt werden kann, auſserdem aber demselben nicht anzusehen ist, ob es reich, oder arm an ranzigem Oele ist, so empfiehlt die Centralstelle, um den genannten schädlichen Wirkungen der Schweifsleder entsprechend entgegen zu treten, das lederne Futter neuer Kopfbedeckungen vor Ingebrauchnahme der letzteren mit etwas gebrannter Magnesia zu überreiben und dieses Ueberreiben in der ersten Zeit mehrfach zu wiederholen.

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