Titel: Ueber Milchuntersuchung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 10 (S. 470–471)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi06_10

Ueber Milchuntersuchung.

Nach Versuchen von K. Portele (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1881 Bd. 27 S. 133) war die Abendmilch von Tiroler Rindvieh stets reicher an Trockensubstanz als die Morgenmilch. Das Feser'sche Laktoskop gab Fehler bis 20 Procent des Fettgehaltes, erwies sich somit als unbrauchbar. Caseïn und Albumin wurden stets weniger gefunden, als der directen Stickstoffbestimmung entsprechen würde, so daſs ein Theil des letzteren wohl dem Laktoproteïn zuzuschreiben ist. Die Bestimmung des Milchzuckers durch Polarisation und mit Fehling'scher Lösung gaben genügend übereinstimmende Resultate.

E. Egger (Zeitschrift für Biologie, 1881 S. 110) hat in einer Anzahl von Milchproben den Fettgehalt gewichtsanalytisch nach Soxhlet (1879 232 * 461), nach dessen aräometrischer Methode (1881 239 * 389) und mittels des Laktobutyrometers |471| von Tollens (1880 235 144) bestimmt. Die mit der aräometrischen Methode erhaltenen Zahlen weichen von denen der gewichtsanalytischen Bestimmung erst in der zweiten Decimale ab, während das Laktobutyrometer Fehler bis zu –0,36 Proc. ergab.

Schmöger (Journal für Landwirthschaft, 1881 S. 129) hat 125 vergleichende Bestimmungen mittels des Laktobutyrometers und der Gewichtsanalyse ausgeführt und dabei für das Laktobutyrometer in der Regel um 0,2, in einzelnen Fällen um reichlich 0,4 Gewichtsprocente zu niedrige Zahlen gefunden. Schmöger schlägt nun auf Grund seiner Versuche vor, die mittels des Laktobutyrometers gefundenen sogenannten Volumprocentzahlen um 0,1 zu erhöhen und dieselben als Gewichtsprocente zu betrachten. Eine solche Correctur ist nach obigen Versuchen von Egger wohl nicht richtig.

G. Marpmann (Archiv der Pharmacie, 1881 Bd. 219 S. 34) will zur Bestimmung des Fettgehaltes 20 bis 30 Tropfen Milch in einem Röhrchen von Baumwolle aufsaugen lassen, im Luftstrom trocknen und mit Benzin ausziehen. Das Verfahren wird kaum auf groſse Genauigkeit Anspruch machen können.

Versetzt man nach C. Arnold (Daselbst S. 41) frische Milch mit etwas Guajaktinctur, so färbt sich dieselbe in Folge ihres Ozongehaltes blau. Beim vorsichtigen Erwärmen der Milch auf 40 bis 60° tritt die Reaction sofort ein, ebenfalls bei 70 bis 78°, aber schwächer; Milch über 80° erwärmt, bleibt nach Zusatz der Guajaklösung ungefärbt, sowohl in der Wärme wie nach dem Erkalten, ebenso jede einmal aufgekochte Milch. Condensirte Milch zeigt folglich diese Erscheinung gleichfalls nicht, Die Reaction mit Guajaktinctur ist so empfindlich, daſs ein Tropfen Milch, in einem Uhrglase mit einer Spur obiger Tinctur versetzt, oder ein Tropfen Milch, auf Filtrirpapier gebracht und mit einem mit Guajaktinctur benetzten Glasstabe bestrichen, noch blaue Färbung annahmen.

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