Titel: Schmidt's Maschine zur Anfertigung geschnittener Nägel.
Autor: Schmidt,
Fundstelle: 1881, Band 242 (S. 103–105)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/ar242035

Schmidt's Maschine zur Anfertigung geschnittener Nägel.

Mit Abbildungen auf Tafel 10.

Das an Gebrüder Schmidt in Schwelm i. W. (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 13303 vom 16. Mai 1880) patentirte Verfahren bezweckt die Herstellung von Nägeln aus Blech, Bandeisen oder kantigem Eisendraht auf kaltem Wege ohne Verlust an Material durch Zerschneiden des Rohmaterials nach einer zur Länge des Drahtes geneigten Richtung. Das Material wird zu diesem Zwecke in Drahtstücke zerschnitten, deren Länge gleich der Länge des Nagelschaftes, vermehrt um die doppelte zur Bildung eines Kopfes nöthige Drahtlänge, ist. Diese Drahtstücke werden nun, wenn die Nägel vom Kopf bis zur Spitze gleichmäſsig verlaufen sollen, nach Fig. 8 Taf. 10 zerschnitten, oder im anderen Fall nach Fig. 9; es entstehen somit aus einem solchen Drahtstück zwei Nägel. Nach dem Schneiden werden die Köpfe a gebildet und die Spitzen der Nägel in die Mitte gepreſst bezieh. nach der Mitte gerichtet.

Die Herstellung solcher Nägel geschieht auf einer den französischen Drahtstiftmaschinen nachgebauten Maschine, deren besondere Anordnung |104| in Fig. 10 bis 13 Taf. 10 ersichtlich ist. Wird Haspeldraht o. dgl. benutzt, so wird derselbe zuerst durch ein Richtwerk geführt und dann durch eine bewegliche Klemmzange B1 gegen die Abschneide- und Spaltvorrichtung vorgeschoben; die gespalteten Stücke werden dann von zwei besonderen Zangen gefaſst und nach der Stelle geschoben, wo ihre Köpfe gepreſst werden.

Das Abschneiden der Drahtenden erfolgt durch den mittels des Hebels h von einem auf der Welle F sitzenden Excenter auf und nieder beweglichen Schieber E (Fig. 10 und 13), und zwar senkt sich der Schieber an der Schneidplatte d herab, sowie der Draht genügend weit vorgeschoben ist. Gleichzeitig hiermit preist der Schieber den oberen beweglichen Backen e der Zange C (in der Zeichnung verdeckt, aber ähnlich wie D in Fig. 12) herab, welche nun in Gemeinschaft mit dem Backen d das abgeschnittene Drahtende bei a (Fig. 8) festhält; das andere Ende wird durch eine zweite Zange D (Fig. 10 und 12) gehalten. So festgeklemmt, wird das Drahtstück in der gewünschten, durch die Zangen eingestellten Richtung gespalten. Dies geschieht durch vier Messer i1 bis i4, welche mit dem Schieber E in einem am Gestell angegossenen Kasten auf und ab beweglich sind. Die Bewegung der vier Messer wird durch vier Hebel f1 bis f4 bewirkt, von denen die beiden oberen, f1 und f3, durch entsprechende auf der Welle F sitzende Excenter bewegt werden, während der untere Hebel f4 an f3 mittels einer Zugstange g und f2 an einer im Gestell befestigten Hängeschraube sitzt.

Vor Beginn des Spaltens liegen die Oberflächen der oberen und unteren Messer in je einer Ebene, und zwar erhalten die unteren mittels Federn oder Gewichte das Bestreben, sich zu heben. Beim Beginn des Spaltens senken sich zunächst die Obermesser, bis i1 fest auf der rechten Drahthälfte ruht und in Gemeinschaft mit i2 dieselbe festhält; indessen bewegen sich die beiden anderen Messer und fassen die andere Drahthälfte. Nun bleiben die Messer i1, i2 stehen, während die Messer i3, i4 noch mehr gesenkt werden, wobei durch Zugstange g der Hebel f4 von Hebel f3 mitgenommen und die Spaltung des Drahtendes bewirkt wird. Die Länge der Zugstange wird so eingestellt, daſs bei der Bewegung die beiden Messer i3, i4 immer genau um die Stärke des Drahtes von einander abstehen. Nach Beendigung des Spaltens kehren die Messer in ihre Anfangslage zurück und jede Hälfte des Drahtes wird seitlich durch die Zangen C und D in die Stellungen I und II (Fig. 11) horizontal verschoben; zu diesem Zwecke werden die Zangen von Nuthscheiben auf der Welle F mittels der um verticale Achsen drehbaren Hebel l seitlich bewegt. Bei dieser Bewegung wird die Zange C durch den Schieber E und die Zange D durch eine passend angebrachte Feder o. dgl. geschlossen gehalten.

Das Anstauchen der Köpfe a geschieht in bekannter Weise unter |105| Vermittlung von Schieber n und des Hammers o1, o2. Die beiden oberen Schieber n werden durch Stellschrauben p festgestellt; die beiden unteren n sind beweglich und durch die Hebel q1, q2 von der Welle F aus durch passende Excenter angetrieben. Die Schieber enthalten die Gesenke für den zu bildenden Kopf und dienen gleichzeitig als Ambos für die Hämmer o1, o2; letztere stecken in horizontal beweglichen Schiebern r, welche von Excentern s auf den Wellen F und F1 bewegt werden. Diese Excenter wirken jedoch nicht direct auf die Schieber r, sondern unter Vermittlung je eines Keiles t, der um seinen unteren Drehpunkt schwingen kann. Die Verschiebung der Schieber r ist regulirbar.

Der nunmehr vollendete Nagel wird durch die Auswerfer v aus der Maschine entfernt.

Für den Zweck der Massenfabrikation schlagen Gebrüder Schmidt vor, die Herstellung der Nägel nicht auf einer, sondern auf zwei Maschinen so zu vertheilen, daſs auf einer Maschine die Drähte geschnitten und gespalten, auf einer zweiten die Köpfe geschlagen werden.

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