Titel: Zur Herstellung und Verwendung von Leuchtgas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242 (S. 359–371)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/ar242120

Ueber Herstellung und Verwendung von Leuchtgas.

Mit Abbildungen auf Tafel 30.

(Patentklasse 26. Fortsetzung des Berichtes S. 212 Bd. 241.)

Bei dem Zündapparat von J. Schülke in Berlin (* D. R. P. Nr. 12166 vom 9. April 1880) tritt das Gas bei E (Fig. 1 Taf. 30) ein, gelangt unmittelbar unter die Ventilscheibe e, die bei schwachem Druck nicht gehoben wird, und nimmt seinen Weg durch die Kammer c zur Zündflamme z. Wird der Gasdruck verstärkt, so hebt sich das Ventil, das Gas gelangt zur Hauptflamme, welche von der Nebenflamme gezündet wird, worauf letztere erlischt, weil der Weg des Gases durch die Kammer c gesperrt ist, während es durch Oeffnungen a und weiter durch einen Kanal zur Hauptflamme geht. Die Regulirung des Gasdruckes bezieh. die Constanterhaltung des Gasverbrauches erfolgt in der bekannten Weise wie bei den verschiedenen Systemen der Consumregulatoren, indem durch stärkeren Gasdruck die Oeffnung oberhalb e durch Hebung des Ventiles verengt, dagegen bei schwächerem Druck das Ventil dem Druck entsprechend sich senkt und diese Oeffnung erweitert wird. Die in Fig. 1 ersichtliche Schraube hat den Zweck, den Kanal nach Belieben verengen oder erweitern zu können, für die Regulirung der Flamme unmittelbar unter dem Brenner.

Nach einer anderen Anordnung (Fig. 2 und 3 Taf. 30) befindet sich in dem Gehäuse ebenfalls die Scheibe mit Stift als Ventilkörper, welcher aber in diesem Falle nur einerseits den Gasverbrauch regulirt, andererseits das Ventil für die kleine Flamme öffnet und schlieſst. Das Oeffnen und Schlieſsen des Gaszuganges zur Hauptflamme geschieht dadurch, daſs der Kanal zur Hauptflamme mit einem Gewichtchen, welches den Kanal abzuschlieſsen vermag, versehen ist; dieses Ventil wird bei schwachem Gasdruck geschlossen gehalten durch das Eigengewicht der Belastung und bei entsprechend stärkerem Druck geöffnet. Das Gas strömt von unten in den Raum ein, in welchem sich das Ventil befindet, und geht bei schwachem Druck durch die Einfeilung des Stiftes zur Nebenflamme (vgl. Fig. 3); sobald aber der Gasdruck eine gewisse Stärke erreicht hat, hebt sich das Ventil der Hauptflamme und wird von der Nebenflamme gezündet. Gleichzeitig hebt sich die Einfeilung am Stifte über die Führung, so daſs das Gas zur Nebenflamme abgeschnitten wird und diese Flamme erlischt (vgl. Fig. 2).

Bei dem Rundbrenner mit Anzündevorrichtung von E. Brouardel in Paris (* D. R. P. Nr. 10735 vom 15. Januar 1880) wird der Gaszufluſs durch einen Regulator R (Fig. 4 und 5 Taf. 30) geregelt, bevor das Gas in die geneigten Röhren I gelangt, welche dasselbe zur Krone |360| des Brenners befördern. Oberhalb der Flamme in einem gewissen Abstände von der Scheibe V wird eine Platte p angebracht, welche einen Rand hat und mit einem Kranz kleiner Löcher o versehen ist. Diese Löcher sollen einestheils die Bildung eines Schattens oberhalb der Platte verhüten, anderntheils den Abzug der Luft gestatten, welche im Ueberschuſs nach der Mitte der Flamme tritt. An der unteren Kante des Brenners ist bei x ein Rohr angelöthet, welches eine Glasplatte als Boden der Laterne abdichtet, so daſs die Verbrennungsluft nur durch dieses Rohr nach dem Brenner gelangt. Um den Lufteintritt gegen die Einwirkung des Windes zu schützen, ist ein umgekehrter Trichter M unten am Cylinder, den Lufteintrittsöffnungen e desselben gegenüber, angeordnet. Etwas unterhalb dieser Oeffnungen ist eine Scheibe N angebracht, welche etwas kleiner gehalten ist als der innere Durchmesser des Cylinders und an dem Gasbrenner befestigt ist; um die Flamme anzuzünden, ohne die Laterne zu öffnen, hat der Schlüssel S des Hahnes auſser der Durchbohrung A eine zweite B, welche durch den Kanal q zum Hilfsbrenner J am Ende des Schlüssels führt. Dieser Brenner J ist von einem Rohr T umgeben, welches bis nach dem Hahngehäuse H reicht und hier nach obenhin aufgebogen ist. Der Körper H besitzt auſser der centralen Durchbohrung A noch eine seitliche bei F. Beim Oeffnen des Schlüssels wird dieser Kanal mit Kanal A und B des Schlüssels verbunden. Von F aus führt ein mit Löchern versehenes Rohr z in das Innere des Brenners. Will man die Flamme anzünden, so zieht man mit dem Haken der mit einer Lampe versehenen Anzündevorrichtung den Hebel K herunter, wobei die Lampe das dem Brenner J entströmende Gas entzündet. Die Flamme gelangt mittels der Rohre T und z, aus deren zahlreichen Oeffnungen Gas entströmt, nach dem Hauptbrenner. Wird der Hahn ganz geöffnet, so bleibt nur der Kanal A geöffnet, der den Hauptbrenner speist, während die Kanäle, welche den Brenner J, sowie die Rohre T und z speisen, abgesperrt werden.

Elektrische Gasanzünder wurden bereits angegeben von Klinkerfues (1871 202 90. 1872 203 * 451. 204 75. 205 272), Batchelder (1874 212 * 39), Gaiffe (1874 214 165), Bean (1876 219 239. 220 * 314) und Fox (1878 228 * 324). Die entsprechende Anordnung von J. Pintsch und J. Schülke in Berlin (* D. R. P. Nr. 6084 vom 7. April 1878) besteht im Wesentlichen aus einem Gasbrenner, dessen Ventil mittels elektrischer Ströme abgeschlossen oder geöffnet und durch einen oberhalb des Brenners überspringenden Funken entzündet werden kann. Die den Brenner tragende Gaszuleitung besteht aus einem durchbohrten weichen Eisenkern, welcher von einer Multiplicatorrolle umgeben ist. Unterhalb dieses Eisenkernes ist leicht beweglich ein, kleines Ventil angeordnet, welches durch seine auf- und abgehende Bewegung den |361| Zutritt des Gases aus der Leitung zur Bohrung im Eisenkern und damit zum Brenner abschneidet oder öffnet. Dasselbe ist entweder aus magnetischem Stahl oder wird durch einen hufeisenförmigen Magnet magnetisch polarisirt, welch letzterer mit einem Schenkel dem unteren Ende des Ventilkörpers genähert liegt, bezieh. mit dem gabelförmig gestalteten einen Schenkel das untere Ende des Ventilgehäuses umfaſst. Je nachdem man nun den Strom in der einen oder anderen Richtung durch den Draht der Multiplicatorrolle schickt, wird das Ventil von dem Eisenkern angezogen oder abgestoſsen und so der Zufluſs des Gases zum Brenner gesperrt oder geöffnet. Durch Erzeugung von Lichtblicken längerer oder kürzerer Dauer kann man nach Art des Morse-Alphabetes ein System der Lichttelegraphie entwickeln. Fig. 6 Taf. 30 zeigt eine Anordnung, welche mittels elektrischer Leitung nach Belieben momentan oder länger dauernde Lichterscheinungen durch Oeffnen bezieh. Abschlieſsen der Gasleitung und Entzünden auch an mehreren Orten gleichzeitig geben soll. Es befindet sich hier eine gesonderte Leitung zum Oeffnen und Schlieſsen der Gaszuführung und eine andere zum Entzünden des ausströmenden Gases. Bei der zweiten Anordnung wird die gleiche Leitung zum Oeffnen und Schlieſsen des Gaszuflusses und zum Zünden des austretenden Gases benutzt.

Man denke sich den positiven Pol des Magnetes E oben, den negativen Unten, so wird, wenn der Strom die Multiplicatorrolle in der einen Richtung durchläuft, der weiche Eisenkern A oben den negativen, unten den positiven Pol haben. Da der constante Magnet unten den negativen Pol hat, so wird das weiche Eisenventil B unten seinen positiven, oben seinen negativen Pol haben und, da dieser obere negative Pol des Ventiles B dem jetzt unten positiv magnetischen Ende des Kernes A gegenüber steht, so wird das leicht bewegliche Ventil B schnell von dem unten positiv magnetischen Kern A angezogen und gegen den Ventilsitz H fliegen. Geht der Strom aber in der entgegengesetzten Richtung durch die Multiplicatorrolle C, so wird das Ventil B von seinem Sitze abgeworfen, weil der Kern dann unten negativ ist und das oben ebenfalls negative Ventil B kräftig abstöſst. Durch eine entsprechende, nach der Art eines Morse-Schlüssels anzuordnende Stromwendevorrichtung läſst sich demnach der Gasaustritt in längeren oder kürzeren Zwischenräumen unterbrechen und, wenn dann für eine entsprechend wirkende Zündvorrichtung gesorgt ist, werden sich die momentanen oder länger dauernden Lichterscheinungen nach Belieben erzeugen und dadurch die entsprechenden Zeichen geben lassen. Auch kann man bei See- und Hafenbeleuchtungen, um dort sogen. Blicklichter zu erzeugen, eine selbstthätige Unterbrechung in die Leitung einschalten, welche von der gewöhnlichen Anordnung sich nicht gerade wesentlich unterscheidet; nur ist der Anker des Unterbrechers schwerer und pendelartig mit verschiebbarem Gewicht angeordnet, um die Länge der Pendelschwingungen (also der Lichtintervalle) durch Verschieben des Gewichtes entsprechend reguliren zu können.

Die Zündung des Gases bewirkt man entweder dadurch, daſs man dicht bei der Gasausströmung eine Zündflamme geschützt dauernd brennen läſst, oder indem man das Abschluſsventil B mit einer kleinen Oeffnung versieht, so daſs für die Zündflamme stets genügend Gas hindurchströmt; oder man ordnet eine zweite Leitung an (Fig. 6 und 7), |362| welche an einer Stelle dicht über dem Brenner mittels zweier Platinzündspitzen D unterbrochen ist; oder aber man zweigt von der Hauptleitung eine Nebenleitung ab, die ebenfalls oberhalb des Brenners durch zwei Platinspitzen unterbrochen ist, und gibt der Leitung für die Multiplicatorrolle in derselben einen verhältniſsmäſsig groſsen Widerstand, so daſs der Zündstrom durch den Widerstand in der Rolle durch dieselbe nur zum Theil geht, zum gröſseren Theil dagegen zwischen den Zündspitzen überspringt und das Gas entzündet.

A. R. Molison in Swansea, England (* D. R. P. Nr. 6465 vom 1. Februar 1879) bringt in ähnlicher Weise wie seiner Zeit Klinkerfues das zur Entwicklung des Zündstromes dienende Chromsäure-Element unmittelbar unter jedem Brenner an, wird daher wahrscheinlich wenig Glück mit seiner Construction haben.

Der Zündapparat von H. F. v. Röslerstamm und F. Mannlicher in Wien (* D. R. P. Nr. 12564 vom 21. April 1880) soll namentlich zum Entzünden von Gasflammen an Eisenbahnwagen dienen, so daſs das lästige Besteigen des Wagendaches und Aufschlagen der Lampendeckel u. dgl. wegfallen und das Entzünden in bequemer Weise von unten und auch gleichzeitig für alle Flammen eines Wagens oder eines ganzen Zuges stattfinden kann. Die Vorrichtung besteht aus einem beliebigen elektrischen Stromerzeuger, von welchem aus elektrische Leitungsdrähte zu den einzelnen Flammen führen, die beim Schlieſsen des Stromes durch einen überspringenden Funken oder durch das Erglühen eines Drahtes entzündet werden. Das Schlieſsen des Stromes erfolgt gleichzeitig mit dem Oeffnen des Gashahnes und zwar derart, daſs die Enden der elektrischen Leitungsdrähte zu dem Gashahn geführt sind, wo sie in ein isolirendes Stück eingeklemmt und von einander getrennt sind. Erst nach Aufstecken des Schlüssels wird durch diesen selbst der Contact hergestellt und kann der elektrische Strom durch den Schlüssel hindurch gehen. Beim Abnehmen des Schlüssels S (Fig. 8 bis 10 Taf. 30) wird der elektrische Strom wieder unterbrochen. Um für das Entzünden einer gröſseren oder an verschiedenen Stellen liegenden Zahl von Gasflammen mit einem schwächeren Zündungsapparate auszukommen, ist letzterer selbst tragbar hergerichtet und ist der Gashahnschlüssel durch ein 2 Leitungsdrähte enthaltendes, biegsames Kabel K mit dem in einem entsprechend geformten, tragbaren Kästchen eingeschlossenen Stromerzeuger derart in Verbindung gebracht, daſs die Enden der im Kabel befindlichen Leitungsdrähte von einander isolirt in den Schlüsselkopf eingeklemmt sind. Wird der Schlüssel auf den, ähnlich wie oben beschrieben, hergerichteten Gashahn aufgesetzt, so kommen je zwei am Hahn und am Schlüssel befindliche Contacte zur Berührung und kann der elektrische Strom vom Stromerzeuger durch das Kabel und die Leitungsdrähte zu |363| den Flammen und zurück gehen und letztere entzünden. Die Klemmschrauben c bilden die Contactstellen. In einem den Aufsteckdorn umgebenden Muff m aus isolirendem Material sind die Enden der zu den Gasflammen führenden Leitungsdrähte eingeklemmt und bilden g die von einander isolirten Contacte, so daſs beim Aufstecken des Schlüssels dann c und g leitend verbunden werden.

Der elektrische Zünder von J. M. Kenzie in London (* D. R. P. Nr. 12234 vom 18. Juni 1880) ist namentlich zum Anzünden von Gaskronleuchtern u. dgl. bestimmt. Der elektrische Strom einer Chromsäurebatterie wird in eine gewöhnliche Rhümkorff'sche Inductionsspule A (Fig. 11 Taf. 30) geleitet, von deren secundärer Spule aus Leitungsdrähte a nach einer beliebigen Anzahl von Gasbrennern führen; die Inductionsspule A wird in der Nähe des Kronleuchters oder der Gruppe von Brennern angebracht, welche gleichzeitig angezündet werden sollen, so daſs die Drähte, welche den inducirten Strom leiten, möglichst kurz werden. Um diese Anordnung zu ermöglichen, wird eine Commutatorplatte mit kreisförmig eingesetzten Knöpfen oder Contactpunkten e, mittels deren die Verbindung mit den verschiedenen Drähten a hergestellt wird, angewendet. Die Platte trägt einen durch ein Uhrwerk bewegten, rotirenden Arm n, welcher durch ein an einer Schnur aufgehängtes Gewicht oder durch eine Spiralfeder getrieben und durch einen Hebel mit Einfallvorrichtung arretirt wird. Die Ein fall Vorrichtung wird ausgelöst, sobald der Elektromagnet D ein auf dem Hebel v der Einfallvorrichtung befestigtes Stück Eisen anzieht. Die Spulen dieses Elektromagnetes sind mit der Hauptleitung verbunden, welche den durch die Batterie erzeugten Strom in die Inductionsspule leitet, so daſs der Elektromagnet sofort, wenn die Batterie in Thätigkeit tritt, die Einfall Vorrichtung anzieht, somit dem Arm n des Commutators gestattet, sich zu drehen und auf diese Weise der Reihe nach eine Verbindung mit den verschiedenen Knöpfen oder Enden e der Drähte herzustellen, welche nach jeder Gruppe von Brennern leiten; hierdurch wird der inducirte Strom geschlossen und die Funken, welche in Folge davon zwischen den Drähten w (Fig. 12 und 13) überspringen, zünden dieselben an. Selbstverständlich muſs das Gas direct vor oder nach dem Inthätigkeitsetzen der Batterie angedreht werden, und zwar geschieht dies mittels eines Hahnes in dem Rohr, welches das Gas nach den anzuzündenden Brennern leitet.

Bei der von W. E. Fein (Zeitschrift für angewandte Elektricität, 1880 S. 345) für den Gefängniſsbau des Justizpalastes in Stuttgart ausgeführten Anlage muſste die Zündung auſserhalb des zu beleuchtenden Raumes durch einen am Gashahn angebrachten möglichst einfachen Mechanismus gleichzeitig mit dem Ausströmen des Leuchtgases erfolgen und sollten die verschiedenen Lampen nach Belieben und vollkommen |364| unabhängig von einander angezündet oder ausgelöscht werden können. Von der im ersten Stockwerke befindlichen Batterie gehen isolirte Leitungsdrähte mit entsprechenden Abzweigungen nach sämmtlichen Lampen der in 3 Stockwerken befindlichen 24 Zellen. An dem Batteriegestelle für 4 Tauchelemente mit Chromsäure wurde in einem Holzgehäuse eingeschlossen eine Contactyorrichtung angebracht, welche sich bei eingetauchten Platten schlieſst und dadurch ein in sämmtlichen Gelassen hörbares Läutewerk mit Selbstunterbrechung einschaltet, um die in jedem Stockwerk befindlichen Aufseher zu veranlassen, die Gashähne der betreffenden Zellen zu öffnen und dadurch das Entzünden der Lampen zu bewirken und das Ausheben der Batterie nach vollendeter Zündung zu sichern, damit diese nicht unnöthiger Weise verbraucht wird.

Fig. 14 und 15 Taf. 30 zeigen Schnitt und vordere Ansicht der Einrichtung. Der auf der Auſsenseite der Zelle befindliche Gashahn H (Fig. 16) trägt auf seiner Unterseite einen Arm a, welcher sich bei seinem Oeffnen an den isolirten Hebel h anlegt und dadurch den Stromschluſs herbeiführt. Dieser Hebel dreht sich um eine feste Schraube und wird mittels der Spiralfeder f an den Anschlagstift s gelegt. Die dem Arm a zugekehrte Seite des Hebels h ist so geformt, daſs sowohl bei geschlossener, als auch bei geöffneter Stellung des Hahnes H der Arm a auſser Berührung und der Strom in diesen beiden Fällen unterbrochen ist, so daſs nur während der Drehung des Hahnes der Stromschluſs vorübergehend erfolgt. Die Zündvorrichtung des innerhalb der Laterne angebrachten Brenners B trägt auf dem oberen cylindrischen Theil des Brenners den kreuzförmigen Träger i (Fig. 17) mit den beiden isolirten Säulen m, an deren unteren Seite die beiden Zuleitungsdrähte angeschraubt werden, während zwischen ihren oberen Enden quer über den Schnitt des in ihrer Mitte stehenden Brenners der spiralförmige Platindraht e gespannt ist. Die beiden Zuleitungsdrähte gehen neben dem Gasrohr nach auſsen, und zwar steht der eine mit dem einen Pol der Batterie in Verbindung, während der andere mit dem isolirten Hebel h des Hahnes verbunden ist und die Metallmasse des letzteren, sowie die der Gasröhren die Rückleitung zum anderen Pole der Batterie bildet.

Die Auslöschvorrichtung für Gasflammen von W. H. Howey in Springfield, Amerika (* D. R. P.* Nr. 9425 vom 26. September 1879) besteht im Wesentlichen aus einem mit Glycerin theilweise angefüllten Gehäuse, in welchem sich ein mit einem ringförmigen Kranz z (Fig. 18 Taf. 30) versehenes Gefäſs s befindet, welches in der Flüssigkeit schwimmt. In dem oberen Deckel des Gehäuses werden die beiden Ringe r und e so befestigt, daſs beide in die im ringförmigen Raum z des Schwimmers s befindliche Flüssigkeit eintauchen. Der innere |365| Ring r ist an seinem oberen Theil mit Ausschnitten a versehen oder durchlocht. So lange die Flamme brennt, taucht der Ring nicht in die Flüssigkeit hinein; beim Löschen derselben hebt sich der Schwimmer s, so daſs der untere Rand von r in die Flüssigkeit eintaucht und den Gasstrom abschneidet. Der äuſsere Ring e geht fast bis an den Boden des ringförmigen Raumes s, wodurch das Entweichen von Gas nach dem Innern des Gehäuses m verhindert wird. Bei genügend starkem Druck strömt das Gas von unten ein, drückt gegen den vollen Boden B des Cylinders r und gegen den Boden n des Schwimmers s, so daſs letzterer mit dem ringförmigen Raum z tiefer in die Flüssigkeit hineingedrückt wird. Hierdurch wird die untere Kante von r aus der in z sich befindenden Flüssigkeit entfernt und das Gas strömt unterhalb dieser Kante durch die Oeffnungen a nach dem Brenner. Wird der Druck vermindert, so hebt sich der Schwimmer s, so daſs die Kante von r wieder in die Flüssigkeit eintaucht, wodurch der Gaszutritt abgeschnitten wird.

Fig. 19 Taf. 30 zeigt eine Anordnung, wodurch der Gaszutritt durch zwei oder mehrere Kegel gestattet bezieh. abgeschnitten wird. Ein inneres Gehäuse a ist mit einer ringförmigen Aussparung e versehen, welche theilweise mit Glycerin u. dgl. gefüllt wird. An einer belasteten Glocke G werden die Abschluſskegel c befestigt, welche die Ableitungskanäle q nach dem Brenner schlieſsen. Bei entsprechendem Druck in der Hauptleitung wird die Glocke Q gehoben und mit ihr die Kegel c, so daſs das Gas in die Kanäle q einströmen kann, um von hier zwischen den beiden festen Gehäusen nach dem Brenner zu gelangen. Der Rand der Glocke taucht fortwährend in die in der Aussparung e befindliche Flüssigkeit und verhindert jedes Entweichen von Gas in das innere Gehäuse.

Bei dem Brenner von A. P. Lieberz in Bonn (* D. R. P. Nr. 8872 vom 9. August 1879) bewirkt ein von der Flamme getroffener Metalistab A (Fig. 20 Taf. 30) durch seine Temperaturschwankungen in Verbindung mit einem Hebel e und einem Ventil v sowohl ein Absperren des Gasstromes, wenn die Flamme durch Luftzug u. dgl. erlischt, als auch eine Regulirung desselben. Soll der Brenner als Selbstanzünder wirken, so ist mit ihm ein kleines, fortwährend brennendes Entzündungsflämmchen verbunden, zu welchem das Gas durch einen über dem Ventil befindlichen und einen von der Ventilsitzfläche abzweigenden Kanal geleitet wird, so daſs das Anzünden und Auslöschen der Hauptflamme durch plötzliche Druckvermehrung oder Verminderung von Seiten der Gasfabrik aus erfolgen kann.

Neuere Brenner für gröſsere Lichtstärken. Mallet (Bulletin de la Société d'Encouragement, 1880 Bd. 7 S. 307) stellt 10 Schmetterlingsbrenner derart zusammen, daſs den 5 innern Brennern j (Fig. 21 und 22 Taf. 30) |366| mit einem 3mm-Schlitz, 5 äuſsere Brenner k mit 6mm-Schlitz gegenüber stehen, so daſs 5 Doppelflammen entstehen. Die Luftzufuhr wird mittels der Metallhülse m geregelt. Der Brenner gibt bei einem Gasverbrauch von 1400l eine Lichtstärke von 15 Carcellampen (vgl. 1880 236 * 240).

Mc George (Engineer, 1880 Bd. 50 S. 494) stellt 3 Schnittbrenner zusammen, wie aus Fig. 23 Taf. 30 zu ersehen ist. Der Brenner soll – auf gleiche Gasmengen bezogen – die doppelte Lichtmenge geben als ein einfacher Schnittbrenner.

G. Bray (Iron, 1880 Bd. 15 S. 255) stellt 3 Brenner zusammen in eine Laterne, welche in Fig. 24 Taf. 30 mit entsprechendem Ventilationshut zur ungehinderten Abführung der Verbrennungsgase veranschaulicht ist. Die Luftzuführung erfolgt durch den doppelten, siebartig durchlöcherten Blechmantel m, welcher die Hauptwirkung des Windes bricht. Dann tritt die Luft durch zahlreiche, senkrecht stehende Röhren e, welche unten und oben mit Drahtnetz bedeckt sind, so daſs die Luft vollkommen ruhig auf die Flammen trifft.

Zur Erzeugung groſser Lichtmengen hat die Vorwärmung der Luft und des Gases anscheinend eine groſse Zukunft (vgl. Siemens 1880 236 * 238). Dies wird nur im geringen Grade von H. W. Fabian in Frankfurt a. M. (* D. R. P. Nr. 9975 vom 10. December 1878) erreicht, welcher bei Sonnenbrennern u. dgl. das Hauptgewicht darauf legt, den Flammen reine Luft in bestimmter Menge von auſsen zuzuführen. Die Menge der durch das Rohr a (Fig. 25 Taf. 30) dem Brenner A zugeführten Luft wird durch eine Klappe h geregelt, die Verbrennungsproducte werden von dem Schirm B gesammelt und durch das äuſsere Rohr b abgeführt. Tischlampen haben doppelten Cylinder. In dem Zwischenräume beider Cylinder geht die Luft nach unten, die Verbrennungsproducte steigen dagegen im inneren Cylinder auf. Die Absicht einer Vorwärmung von Gas und Luft wird von Fabian aber noch nicht erwähnt.

C. W. Muchall in Wiesbaden (Erl. * D. R. P. Nr. 9306 vom 27. Juli 1879) verwendet dagegen zwei Flammen um der oberen Hauptflamme Gas und Luft in glühendem Zustande zuzuführen. Der unter dem Argandbrenner befindliche, aus Metall hergestellte Behälter A (Fig. 26 Taf. 30) wird von zwei gebogenen Röhren B und C getragen, deren Schluſsstück einen offenen Brenner besitzt und unten mit der Gasleitung in Verbindung gebracht wird. Dieser Heizbehälter A ist durch Scheidewände in 4 Kammern getheilt, von denen je zwei einander gegenüber befindliche zusammengehören, und zwar sind die beiden kleineren a für Gas, die beiden gröſseren b für Luft bestimmt. Die letzteren sind je mit einem am Ende offenen Rohr F versehen, welches dazu dient, frische Luft in die Heizkammern zu leiten. Die beiden Kammern für |367| Gas sind durch einen kleinen Schlitz verbunden, mit welchem die durch den Deckel des Behälters gehende Bohrung für den oberen Brenner in Verbindung steht. Auf den Rand dieses Behälters kann eine untere und obere Glasglocke D und E gesetzt werden, deren Form den jedesmaligen Verhältnissen angepaſst ist. Nachdem der unter der Lampe befindliche Gashahn geöffnet und beide Flammen angezündet sind, treten die heiſsen Verbrennungsproducte der unteren Flamme direct unter den Heizraum A, umspülen denselben und erhitzen dadurch Gas und Luft, welche sich in diesem Behälter mit groſsem Querschnitt verhältniſsmäſsig langsam bewegen.

Das so geheizte Gas tritt nun durch die in der Mitte des Deckels befindliche Oeffnung direct in den oberen Brenner, während die zur Verbrennung erforderliche frische Luft aus den beiden Heizkammern für Luft durch in dem Deckel innerhalb des Cylinders befindliche Oeffnungen zutritt und von auſsen durch die Rohre F wieder ersetzt wird. Ein anderer Theil des durch das Rohr B einströmenden und dann geheizten Gases bewegt sich aus der Heizkammer durch das Rohr C nach dem unteren Brenner zu und unterhält damit den beschriebenen Proceſs.

Bei der zweiten in Fig. 27 Taf. 30 veranschaulichten Construction wird die Luft in dem Zwischenräume e des Doppelcylinders vorgewärmt, also bereits ein Theil der Hitze der Hauptflamme ausgenutzt.

Dieses Princip ist noch weiter ausgebildet in dem neuen Brenner von Muchall (* D. R. P. Kl. 4 Nr. 12014 vom 20. April 1880). Die Verbrennungsluft durchzieht hier die von einem äuſseren um den innern Cylinder gebildeten spiralförmigen Kanäle (vgl. Fig. 28 Taf. 30), gibt einen Theil der hier aufgenommenen Hitze an das Messingrohr des Brenners ab, um das Leuchtgas vorzuwärmen, und tritt dann zur Flamme.

Besonders bemerkenswerth sind aber die Bemühungen von F. Siemens, eine höhere Leuchtkraft zu erzielen, theils durch bessere Luftregulirung, mehr aber noch durch das Regenerativsystem.

Der Gasbrenner von Fr. Siemens in Dresden (* D. R. P. Nr. 10484 vom 16. December 1879) besteht aus einem auf das Gasleitungsrohr aufgeschraubten hohlen Kopf h (Fig. 29 und 30 Taf. 30), auf dessen oberer flacher Seite eine Anzahl Metallrohre r fest eingeschraubt sind, aus deren oben offenen Enden das zu verbrennende Leuchtgas entweicht. Diese Rohre r sind von einem Mantel m umgeben, welcher unten ein Gitterwerk bildet und oben in einen ringförmigen Kamm n ausläuft, dessen Zähne, nach innen gerichtet, die Mündungen der Rohre r fast oder ganz berühren. Oberhalb des Gitterwerkes trägt der Mantel eine durchbrochene Gallerie oder Stifte g zur Aufnahme eines Bauchcylinders z. Ein zweiter Kamm v, dessen Zähne nach |368| auſsen gerichtet sind und der etwas höher steht wie der Kamm n, wird mittels eines in den Kopf h fest eingeschraubten Stabes s in seiner Lage erhalten.

Die Brennluft, welche durch das Gitterwerk am unteren Theil des Mantels m eintritt, vertheilt sich auch, zwischen den Rohren r hindurchtretend, gleichmäſsig innerhalb des Mantels, um, an den Rohrmündungen zwischen den Zacken der Kämme hindurchstreichend, mit dem dort entströmenden Brenngase schichtenweise zusammen zu treten. Die Kämme n und v dienen dazu, die so zugeführte Luft derart zu zertheilen, daſs dieselbe, schichtenweise in das Brenngas einschneidend, die Berührungsfläche zwischen Luft und Gas derart vergröſsert, daſs eine wesentlich kräftigere Verbrennung und folglich erhöhte Leuchtkraft der Flamme erzielt wird. Die Vertheilung des Brenngases durch die Röhren r dient demselben Zwecke und wird zweckmäſsig die Anzahl der Rohre mit der Anzahl der Zacken jedes Kammes übereinstimmend gemacht. Der Kamm v ist höher gestellt und möglichst groſs gewählt, um einen gröſseren Flammenkörper herzustellen und so neben der höheren Intensität auch noch die leuchtende Flamme zu vergröſsern. Die Kämme haben auch noch die Wirkung, daſs die Bewegung der Luft bestimmt vorgeschrieben, eine verhältniſsmäſsig ruhige Flamme trotz des Bauchcylinders erzielt wird.

Wie aus der Zeichnung ersichtlich, bleibt zwischen dem Mantel m und dem unteren Rande des Cylinders z ein kleiner ringförmiger freier Raum zum ferneren Eintritt von Luft. Dieser besondere Luftzutritt ist nöthig, um zu verhindern, daſs das obere Ende der Flamme weniger weiſs brennt, sowie dieselbe oben zusammen zu führen. Auch wird dadurch der Cylinder gekühlt und verhindert, daſs das Glas anläuft oder verblakt für den Fall, daſs zu viel Gas zugelassen wurde.

Durch die Kämme n und v wird, wie schon erwähnt, die zur Verbrennung geführte Luft in ebenso viele Schichten zertheilt, wie Zähne an den Kämmen vorhanden sind. Die so gebildeten Luftschichten schneiden in das Brenngas dergestalt ein, daſs die Berührungsflächen zwischen der Luft und dem Gase auſserordentlich vergröſsert werden, ohne jedoch diese Gase innig zu vermischen. In letzterem Falle würde eine Verringerung der Leuchtkraft der Flamme eintreten, während durch die vielfältig abwechselnden Schichten von Luft und Gas die Leuchtkraft derselben erhöht wird. Unter gewissen Umständen erscheint es praktisch, nur einen Kamm anzuwenden, in welchem Falle man aber einen geringeren Leuchteffect erhält. Man kann sowohl den äuſseren niedrigeren Kamm, wie auch den centralen höher gestellten Kamm fortlassen.

In Fig. 31 und 32 Taf. 30 ist ein Erdölbrenner nach demselben Luftzertheilungssystem dargestellt. Im Oelbehälter schwimmt der Docht, dessen eines Ende mittels einer geeigneten Führung nebst Schraubapparat |369| am oberen Ende des Brenners frei heraustritt. Die zur Verbrennung geführte Luft tritt durch Gitterwerk sowohl auſsen, wie innen an den Docht, wo an geeigneter Stelle die Kämme n und v angebracht sind. Auch bei Erdölbrennern kann unter gewissen Umständen der eine Kamm fortfallen, so namentlich, wenn der Kniffcylinder beibehalten werden soll.

Nach dem Zusatzpatent * Nr. 11336 vom 21. Februar 1880 findet die Zuleitung des Gases durch ein gewöhnliches Gasrohr g (Fig. 33 bis 35 Taf. 30) statt, welches sich zunächst in drei Arme theilt, von denen zwei in einen horizontal liegenden hohlen Ring h münden, während der mittlere regulirbare Arm durch diesen Ring hindurch nach oben weiter geführt ist und in einen hohlen Kopf k mündet. Auf dem Ringe h sind zwei in einander geschachtelte Rohre aus Eisenblech befestigt, von denen das innere f den Heiz- oder Flammenregenerator enthält, während der durch das äuſsere Rohr l gebildete ringförmige Raum zur Aufnahme des Luftregenerators dient. Auf dem Ring h stehen ferner eine Anzahl (in vorliegendem Fall 18) Röhrchen i, welche, durch den Luftregenerator hindurch geführt, oberhalb desselben einen Kreis von Gasausströmungsöffnungen bilden. Der Flammenregenerator wird hier durch eine besondere blaubrennende Flamme geheizt, welche dadurch gebildet wird, daſs durch das mittlere Gaszuleitungsrohr in den hohlen Kopf k bereits mit etwas Luft gemischtes Gas geführt wird und aus den Löchern c entströmend innerhalb des Flammenregenerators verbrennt, um aus dem oben verengten Hals v desselben zu entweichen. Der Hals v trägt oben einen Kamm w, so daſs die abgekühlten Verbrennungsproducte des besonders geheizten Flammenregenerators durch das Centrum dieses Kammes entweichen.

Der Luftregenerator zieht sich ebenfalls nach oben zu einer verengten Ausströmung n zusammen, so daſs die Luft ringförmig um die Ausströmungsöffnung des Flammenregenerators, aber um einige Centimeter niedriger entweicht, während die Gasröhrchen i am äuſseren Umfange der Luftausströmung n in gleicher Höhe mit dem Luftregenerator münden. Oberhalb der Luft- und Gasausmündungen steht der Kamm m, um welchen sich die Flamme kreisförmig bildet, während die nicht leuchtenden und theilweise abgekühlten Verbrennungsproducte des Flammenregenerators f mitten durch die Leuchtflamme entweichen, einen nichtleuchtenden Kern derselben bildend.

Ein Cylinder oder Schornstein ist zur Entwicklung des Zuges nicht nöthig, die Flamme brennt frei, muſs aber gegen Zugwind und wegen Feuersgefahr durch eine Laterne geschützt werden. Eine umgekehrt stehende Glocke z aus Opalglas o. dgl. ist auf dem äuſseren Rohr l des Apparates derart angebracht, daſs die Flamme in der Mitte dieser Glocke steht, aber die äuſsere Luft von unten frei in das untere enge Ende der Glocke eintreten kann. Oben auf dem erweiterten |370| Ende der Glocke liegt ein kreisförmiger, in der Mitte conisch nach unten gekehrter Spiegel s. Derselbe hat in der Mitte ein Loch, in welchem ein kurzes Rohr aus Metall oder Glas hängt, damit die Verbrennungsproducte der Flamme frei entweichen können.

Bei dem in Fig. 36 bis 38 Taf. 30 dargestellten Regenerativ-Beleuchtungsapparat mit Vorwärmung von Luft und Leuchtgas durch die abgehende Hitze der Flamme von Fr. Siemens in Dresden (* D. R. P. Zusatz Nr. 11721 vom 12. Mai 1880) trägt der hohle Ring a, in welchen das Gas von der Leitung eintritt, eine Anzahl im Kreise stehender Röhrchen c, an deren oberen Enden das Gas zur Verbrennung austritt. Diese Röhrchen umschlieſsen ein Rohr b, welches dazu bestimmt ist, den Flammenregenerator d aufzunehmen. Auſserhalb der Röhrchen ist ein äuſseres, das Ganze umfassendes Rohr e angebracht; der dadurch gebildete ringförmige Raum enthält auſser den Gasröhrchen c den Luftregenerator f. Das innere Rohr verengt sich oben und trägt den Kamm g, während das äuſsere Rohr am oberen, wenig verengten Ende den äuſseren Kamm h trägt, beide zu dem Zweck, die am unteren Theile des Luftregenerators eintretende Verbrennungsluft der Flamme in Form fein vertheilter Ströme zuzuführen. Das untere Ende des centralen Rohres steht mit der Esse i in Verbindung, welche einfach auf einer Seite oder getheilt, wie die Zeichnung darstellt, zu beiden Seiten des Apparates nach oben geführt wird, sich gerade oberhalb des Rohres b wieder vereinigt und je nach Umständen in ein selbstständiges Eisenrohr ausläuft und nach oben geleitet oder in eine vorhandene Hausesse eingeführt wird.

Um den Apparat anzustecken, wird vorher auf dem centralen Rohre b über den Kamm g noch ein kurzes weiſses Thonrohr h und über das Ganze ein Bauchcylinder n gestellt, welcher zwischen dem äuſseren Rande des Rohres e und dem inneren Rande des Cylinders n noch etwas Luft zuläſst. Wird nun, wie auf gewöhnliche Weise, das Gas angesteckt, so brennt dasselbe den oberen Kamm g umgebend, im Bauche des Cylinders n und die Flamme erwärmt das über dem Cylinder befindliche Eisenrohr L Anfangs brennt dieser Apparat mit kalter Luft und entsprechend geringer Leuchtkraft; sobald aber, was nach wenigen Minuten der Fall ist, das Essenrohr i durch die entweichenden Verbrennungsproducte von auſsen angewärmt ist, so kehrt sich ein Theil des Zuges um, indem die Verbrennungsproducte auch durch den Thoncylinder k und den Flammenregenerator d nach unten in das Essenrohr abgeführt werden. Jetzt erhitzen sich die Regeneratoren, wodurch die durch den Regenerator zugeführte Brennluft und auch das Gas in den Röhrchen c vorgewärmt wird; es tritt in Folge dessen eine wesenstlich erhöhte Leuchtkraft ein, welche je nach der Stärke des Essenzuges bis zu 150 Proc. beträgt.

Statt eines Schirmes oder einer Kugel als Glasaufsatz ist es |371| vorzuziehen, eine Glocke m aus Milch- oder Alabasterglas anzuwenden, welche mit ihrem weiteren offenen Ende nach oben gekehrt und mit einem conischen oder parabolisch geformten Spiegel s (Fig. 36), dessen Spitze aber nach unten gerichtet wird, bedeckt ist. Indem das nach oben geworfene Licht der Flamme durch den Spiegel s auf die Glockenwände m reflectirt wird, wird das durch die Glocke nach allen Seiten hin ausgestrahlte Licht ganz wesentlich erhöht und bildet dieser Aufsatz nicht nur eine geschmackvollere Neuerung, sondern verursacht eine Erhöhung des nutzbaren Lichteffectes um mehr wie 40 Proc.

Eine andere Eigentümlichkeit dieses Normalbrenners besteht in der Zusammenstellung der Regeneratorflächen aus durchlöcherten, spitzen Metall- oder Thonkegelabschnitten. Der wesentliche Vortheil, welcher durch diese Anordnung der Wärme empfangenden bezieh. abgebenden Oberflächen erreicht wird, besteht darin, daſs der Querschnitt der Regeneratoren sehr eng und dessen Länge verhältniſsmäſsig gering angenommen werden kann, ohne den Zug und die Wirkung des Wärmeaustausches zu beeinträchtigen.

F.

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