Titel: Festigkeit von Hanftreibriemen; von Bauschinger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 1 (S. 66)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi01_1

Festigkeit von Hanftreibriemen; von Bauschinger.

Von der Firma A. Huber's Söhne in Rosenheim sind dem mechanischtechnischen Laboratorium in München zwei Stücke Doppelkern-Hanftreibriemen (A und B) von je 150cm Länge, 7cm,0 Breite und 0cm,5 Dicke und zwei andere (C und D) von gleicher Breite und Dicke, aber 300cm Länge, deren Enden durch eine Riemchennaht verbunden waren, zugeschickt worden, um dieselben auf ihre Elasticität und Festigkeit zu prüfen. Die Resultate dieser Prüfung waren folgende:

Der offene Hanftreibriemen A ergab:

bei einer Belastung von: eine Verlängerung von:
100k im Ganzen bezieh. 28 k/qc 0,2 Proc. im Ganzen
200 57 0,4
300 86 0,6
400 114 0,8
500 143 1,0 0,4 Proc. bleibend
600 171 1,1
700 200 1,2
800 228 1,4
900 257 1,4
1000 286 1,6 0,6 Proc.
1100 314 1,7

Bei 1200k Belastung oder 343k/qc erfolgte der Bruch in der Mitte, nachdem zuvor einzelne Fäden zerrissen waren.

Der zweite offene Hanftreibriemen B wurde zuerst mit 1000k belastet, wobei er eine Gesammtverlängerung von 1,6 Proc. wie der vorige erfuhr. Tags darauf ergab er:

bei einer Belastung von: eine Verlängerung von:
500k im Ganzen bezieh. 143 k/qc 0,8 Proc. im Ganzen
1000 286 1,6 0,2 Proc. bleibend
1100 314 1,8
1200 343 2,0

1300k im Ganzen wurden nicht mehr getragen, der Bruch erfolgte allmählich durch gleichmäſsiges Abreiſsen der Schnüre. Die Zugfestigkeit ist somit 1250 : 3,5 = 357k/qc.

Die beiden endlosen Hanftreibriemen (C und D) wurden über Rollen von 14cm Durchmesser gelegt und dann belastet. Bei 1300k Belastung im Ganzen, so daſs auf den einfachen Riemen 650k kamen oder 185k/qc, rissen beidesmal die Nähriemchen aus, während der Hanfriemen selbst ganz unverletzt blieb. Die bei den letzten Versuchen geöffneten Riemen C und D ergaben, als offene Riemen behandelt, folgende Resultate:

Verlängerung bei C Verlängerung bei D
Bei einer Belastung von: Gesammt bleibend Gesammt bleibend
100k im Ganzen bezieh. 28 k/qc 0,27 Proc. 0,40 Proc.
200 57 0,5 0,67
300 86 0,67 0,87
400 114 0,83 1,03
500 143 1,00 0,13 Proc. 1,20 0,20 Proc.
600 171 1,17 1,
700 200 1,27 1,47
800 228 1,60 1,93
900 257 1,80 2,40

Bei 800k Belastung Krachen in beiden Riemen. Bei 1000k im Ganzen oder 286k/qc erfolgt der Bruch ganz allmählich in der Mitte. (Aus dem Bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1881 S. 250.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: