Titel: Künstliche Blöcke aus Bruchsteinmauerwerk in Santorin-Mörtel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 8 (S. 70)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi01_9

Künstliche Blöcke aus Bruchsteinmauerwerk in Santorin-Mörtel.

Die beim Hafenbau in Fiume in den J. 1873 bis 1879 zur Anwendung gebrachten künstlichen Blöcke wurden auf Vorschlag des kgl. ungarischen Ingenieurs Nádory Nándor aus Bruchsteinmauerwerk mit einem aus Santorinerde, gelöschtem Kalk und Sand bestehenden Mörtel hergestellt. Die Resultate haben in jeder Richtung auſserordentlich befriedigt. Die Blöcke zeigten eine groſse Festigkeit, so daſs trotz ungünstiger Umstände beim Transport der 3794 Blöcke, welche je 26 bis 27t wogen, nur 8 Stück zerbrachen. Die Herstellungskosten stellten sich auf 16,32 M. für 1cbm also um nahezu 20 Proc. billiger als jene von Cementblöcken. Wie die Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1881 S. 205 weiter mittheilt, besitzt nach den gemachten Erfahrungen die Santorinerde die Eigenschaft, daſs sie Jahre lang im Freien liegen und allen Witterungsverhältnissen ausgesetzt sein kann, ohne zu verderben; schädlich ist nur der Wind, indem dieser die feinsten, daher gerade die werthvollsten Bestandtheile der Santorinerde, den eigentlichen Cement, wegträgt, während Bimsstein, Obsidian und Lava zurückbleiben. Gegen die schädliche Einwirkung des Windes kann man die Santorinerde einfach durch Begieſsen mit Kalkmilch oder Wasser schützen.

Die Mauerung mit Santorinmörtel kann wann immer geschehen und beliebig oft unterbrochen und am andern Tag oder auch noch später ohne die geringsten Nachtheile fortgesetzt werden. Der Santorinmörtel beginnt nämlich erst nach mehreren Tagen zu erhärten; bis dahin behält er ganz unverändert seine Bindekraft und Eigenschaft zu erhärten bei. Santorinbeton kann in 10m Wassertiefe und mehr in Caissons ohne alle Versenkvorrichtungen und ohne alle Gefahr frei versenkt werden.

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