Titel: Herstellung von Colchicin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 16 (S. 152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi02_16

Herstellung von Colchicin.

Nach J. Hertel (Pharmaceutische Zeitschrift für Ruſsland, 1881 S. 245. 317) werden die unzerkleinerten Colchicumsamen 4 mal mit 85 procentigern Alkohol digerirt, die vereinigten Auszüge mit Magnesia versetzt, nach einigen Stunden abfiltrirt und, womöglich im Vacuum, durch Destillation vom Alkohol befreit. Der Rückstand wird mit dem 10 fachen Gewicht Wasser versetzt, von ausgeschiedenem Oel getrennt, filtrirt und mit Chloroform ausgeschüttelt, bis aller bittere Geschmack verschwunden ist. Das Chloroform läſst man in dünner Schicht verdunsten und trocknet das zurückbleibende Colchicin so lange bei 80 bis 100°, bis es spröde geworden ist. Den noch darin enthaltenen Farbstoff kann man durch Lösen des Colchicins in Wasser, Filtriren und Verdampfen der Lösung entfernen. Frische, im Juni gegrabene Knollen geben 0,08 Proc. Colchicin, reife Samen bis 0,4 Proc., unreife Samen nur wenig Ausbeute. Das Colchicin, C17H23NO6, schmilzt bei 145° und gibt mit verdünnter Salzsäure Colchicein.

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