Titel: Doppelte Horizontalgatter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 5 (S. 148)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi02_5

Doppelte Horizontalgatter.

Während man die geringe Arbeitsleistung des horizontalen Bügelgatters mit einer Säge im Bügel im Allgemeinen dadurch zu erhöhen suchte, daſs man sie mit Sägen versah, welche beim Hingang und Hergang schnitten, wird jetzt von englischen Constructeuren die Verwendung zweier Sägen in besonderen Bügeln an demselben Gestell in Vorschlag gebracht, also eine Anordnung, welche den horizontalen Doppel band sägen (vgl. 1881 239 * 105) nachgebildet ist.

Bei diesen Maschinen wird jede Säge gerade wie bei den horizontalen Doppelbandsägen (Witte) von einem besonderen Bügelgatter getragen, welches mit Supporten versehen und unabhängig von dem anderen gehoben oder gesenkt werden kann; es ist durch diesen Umstand nicht allein die Dicke der zu schneidenden Bretter o. dgl. einstellbar, sondern auch ermöglicht, einen Bügel auſser Dienst zu setzen, die Maschine also in ein einfaches Bügelgatter zu verwandeln. Diese Bügel werden von der doppelt gekröpften Antriebswelle in eine entgegengesetzte Bewegung zu einander gebracht, so daſs die eine Säge vorgeht, die andere zurückläuft, während sie beide aber jedenfalls gleichzeitig schneiden, und zwar macht Worssam jede Säge doppelt wirkend. Ein sehr groſses Gewicht wird auf die möglichste Nähe beider Sägen gelegt, so daſs sie in einer horizontalen Entfernung höchstens etwa 15cm über einander arbeiten.

Im Engineer, 1881 Bd. 51 * S. 255 bezieh. * S. 348 sind zwei solcher doppelter Bügel-Gattersägen von Worssam und Comp. in Chelsea bezieh. von T. Robinson und Sohn in Rochdale beschrieben. Dieselben unterscheiden sich nur durch geringe Abweichungen im Aufbau und zwar durch die Anordnung der Bügel zu beiden Seiten des wie bei Witte geformten Gestelles bei der Maschine von Worssam, während Robinson für jeden Bügel ein besonderes, sehr schweres und stabiles, stark abgesteiftes Guſseisengestell benutzt. Ueberhaupt trägt letztere Maschine einen sehr schweren Charakter, steift sogar das Gestell der Antriebswelle gegen die Bügelgestelle besonders ab, während bei Worssam äuſserste Leichtigkeit und Billigkeit der Anordnung maſsgebend scheint; so sind z.B. hölzerne Pleuelstangen vorhanden. Beiden Maschinen gemeinsam ist die in England fast allgemein vorhandene Anordnung der verticalen Verschiebbarkeit der Vorgelegewelle, welche zu diesem Zwecke in einem Support lagert, der an verticalen Führungen des Lagerbockes der Schnitthöhe der Sägen entsprechend festgestellt werden kann.

Mg.

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