Titel: Kraftbedarf von Dreschmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 1 (S. 226)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi03_1

Kraftbedarf von Dreschmaschinen.

Auf Veranlassung der Société centrale des agriculteurs de France wurden, wie Génie civil, 1881 S. 334 mittheilt, auf einem von dem Institut national agronomique unterhaltenen Hofe Versuche mit Dampfdreschmaschinen vorgenommen, am verläſsliche Angaben über deren Kraftverbrauch zu erhalten. Sämmtliche zur Prüfung gelangte Maschinen wurden durch dieselbe Locomobile getrieben und deren Kraftabgabe gleichzeitig durch den Indicator und ein Dynamometer während des Leerlaufes und während des Betriebes der Dreschmaschine gemessen. Bei einem Gesammtkraftaufwand während des Arbeitsganges von 8,67 bis 13e,11 betrug das Krafterforderniſs für 1000k gedroschener Garben im Mittel:

bei Weizen 615mk,801 . . . . . . . . . . . . bei Roggen 660mk,297.

Das Verhältniſs des Gewichtes an gewonnenem Korn zum Garbengewicht war:

bei Weizen 0,318 . . . . . . . . . . . . . . . bei Roggen 0,324.

Nicht ausgedroschen wurden an Körnern 0,017 des Garbengewichtes. Der Leergang der Dreschmaschinen erforderte 65 bis 66 Procent der am Motor gemessenen Gesammtarbeit.

Alle diese Angaben gelten für Dreschmaschinen mit Schlagleisten. Bei einer der Untersuchung unterworfenen Stiftenmaschine betrug der Kraftaufwand auf 1000k Garben:

bei Weizen 525mk,472 . . . . . . . . . . . . bei Roggen 454mk,954.

Das Verhältniſs der Nutzleistung zur Gesammtarbeit war:

bei Weizen 0,55 . . . . . . . . . . . . . . . . bei Roggen 0,50.

Der Leergang der Stiftenmaschine erforderte demnach im Mittel nur 47 Procent der Gesammtleistung. Diesem günstigen Kraftverbrauchsverhältniſs steht jedoch der Uebelstand entgegen, daſs der Abfall zu groſs ist, weshalb doch der Schlagleistenmaschine der Vorzug eingeräumt ist. (Vgl. auch 1880 236 163.)

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