Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Zur Kenntniſs des Opiums.Nach E. Mylius (Pharmaceutische Centralhalle, 1881 S. 87, 105 und 115) gibt die Bestimmung des Morphiums mittels Jodsäure in der von Stein (Archiv der Pharmacie, Bd. 198 S. 150) und von Neubauer (Zeitschrift für analytische Chemie, 1872 S. 331) angegebenen Weise kein brauchbares Resultat. Er empfiehlt dagegen das folgende colorimetrische Verfahren: Man kocht 0g,5 Opiumpulver mit etwa 10cc Wasser in einem 50cc-Kölbchen, versetzt mit 3g Bleiessig, füllt zu 50cc mit kaltem Wasser auf, filtrirt, fällt mit 15 Tropfen Schwefelsäure und filtrirt abermals. Ferner löst man 0g,1 Morphium und 3g verdünnte Schwefelsäure in 100cc Wasser. Man bringt nun in zwei einseitig zugeschmolzene, 16cm lange, 1cm,5 weite und in 0cc,2 getheilte Röhren je 5 Tropfen einer Lösung von Jodsäure in gleichen Theilen Wasser, 5cc Schwefelkohlenstoff und endlich 10cc der reinen Morphiumlösung in das eine Rohr und 10cc des vorbereiteten Opiumauszuges in das andere. Da die Jodsäure |231| E. Grimaux (Comptes rendus, 1881 Bd. 92 S. 1138) erhielt durch Behandlung von Morphium, C17H19NO3, mit Jodmethyl Codeïn, C18H21NO3, und Homologe desselben; Codeïn ist demnach der Methyläther des Morphiums. |
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