Titel: Winddruck auf Eisenbahnbau-Constructionen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 5 (S. 227–228)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi03_5

Winddruck auf Eisenbahnbau-Constructionen.

Der Bericht einer im vorigen Jahr in England zur Erwägung der Frage des Winddruckes auf Eisenbahnbau-Constructionen bestellten Commission gipfelt nach einer Mittheilung der Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1881 S. 218 in dem Vorschlag, daſs der Berechnung solcher Constructionen ein Winddruck von 273k,43 auf 1qm (56 Pfund auf 1 Quadratfuſs engl.) zu Grunde zu legen sei. Bei Blechwandbrücken ist dieser Druck für eine Trägerfläche zu berechnen; ragt jedoch der die Brücke befahrende Zug über die obere Trägergurt vor, so ist die Trägerfläche mit der Hohe von Untergurt bis Oberkante Zug zu bestimmen. Bei Gitter- oder Fachwerkbrücken ist der dem Winddruck ausgesetzte Träger in einer der Zugshöhe gleichkommenden Höhe als voll zu betrachten, die übrige Trägerfläche aber mit der reinen Eisenfläche in Rechnung zu stellen. Der gleiche Restbetrag der Tägerfläche ist auch noch für den zweiten, nicht unmittelbar vom Wind getroffenen Träger in Rechnung zu stellen, jedoch mit einem Winddruck von blos 136,72k/qm, wenn das Verhältniſs der offenen Stellen des Trägers zur Gesammtträgerfläche 2 : 3 beträgt, mit einem Druck von 205,07k/qm, wenn dieses Verhältniſs bis 3 : 4 steigt und mit dem vollen Druck von 273,43k/qm, wenn dieses Verhältniſs gröſser als 3 : 4 ist.

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Die Constructionen sollen dem 4 fachen berechneten Winddruck zu widerstehen vermögen und nur in solchen Fällen, wo die Schwerkraft allein das Umkippen der Construction durch den Wind zu verhindern im Stande ist, soll ein Sicherheitsgrad von zwei genügen. Der Bericht weist noch auf die Nothwendigkeit hin, bei solchen Constructionen, bei denen der Zug nicht zwischen den Trägerwänden läuft, besondere Schutzwände anzubringen, und schlieſst mit der Bemerkung, daſs Abweichungen von den angeführten Regeln bei Constructionen von geringer Höhe und in geschützter Lage, auſserdem bei Hängebrücken und bei Brücken von sehr groſsen Spannweiten nothwendig sein werden.

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