Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Leuchtende Hochofenschlacke.G. A. Frank berichtet in der Zeitschrift des Vereines deutscher Eisenhüttenleute: Stahl und Eisen, 1881 S. 132 über folgende von ihm auf der Saynerhütte beobachtete eigenthümliche Erscheinung. Der Gang des Hochofens der Saynerhütte wurde auf die Darstellung von hochgarem grauem Roheisen geführt, welches nachher beim Bessemerproceſs Verwendung finden sollte. Durch den hochgaren Gang wurde bei möglichst basischer Beschickung bis zu einem gewissen Grade eine Verschlackung des Phosphors erzielt. Die Möllerung bestand aus 80 Th. Nassauer Rotheisenstein und 20 Th. Horhäuser Brauneisenstein unter Zusatz von Lahnkalk. Die gefallene Schlacke, welche weder in ihrer äuſseren Beschaffenheit, noch nach ihrer chemischen Zusammensetzung eine Aehnlichkeit mit der gewöhnlich dort erzielten Schlacke zeigte, unterlag bei allmählichem Erkalten an der Luft einer Zersetzung unter Lichterscheinung; der in heiſsem Zustand noch feste Schlackenklotz zerfiel später beim Kälterwerden knisternd zu staubförmigem Pulver und leuchtete dabei die handwarme Masse in demselben Licht, wie es durch Reiben des Phosphors hervorgerufen wird; nach dem vollständigen Zerfallensein und Erkalten der Schlacke lieſs die Lichterscheinung nach und verschwand zuletzt gänzlich; bei dem ganzen Vorgang war kein Geruch bemerkbar. Diese Erscheinung wurde bei der beibehaltenen Möllerung und bei hochgarem Gang des Ofens wiederholt beobachtet. Analysen der Möllerung, des erblasenen Eisens und der gefallenen Schlacke ergaben folgende Resultate: |310|
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