Titel: Zur Kenntniſs der Oelsamen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 14 (S. 311–312)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi04_14

Zur Kenntniſs der Oelsamen.

Ueber die Eiweiſskörper verschiedener Oelsamen berichtet H. Ritthausen im Journal für praktische Chemie, 1881 Bd. 24 S. 257. – Verfasser (Daselbst S. 273) hat die Preſsrückstände von indischem gelbem und braunem Raps und von in Ostpreuſsen erbauten Rübsen untersucht. Dieselben enthielten:

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Inländ. Rübsen Brauner, Gelber ostind. Raps
Wasser 13,17 Proc. 10,80 Proc. 10,59 Proc.
Asche 7,43 7,57 6,70
Oel 7,53 10,41 12,21
Stickstoff 5,228 5,646 5,31
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Proteïnsubst 31,368 Proc. 33,876 Proc. 34,86 Proc.

Auſser dem bei der quantitativen Stickstoffbestimmung gefundenen höheren Gehalt an Eiweiſskörpern ergab die Untersuchung in den indischen Rapskuchen einen ungewöhnlich hohen Gehalt an myronsaurem Kalium, nach der Menge des beim Anrühren mit Wasser entwickelten Senföles zu schlieſsen, etwa gleich dem des schwarzen Senfs. Der inländische Rübsen ergab nur wenig Senföl. Die nahe liegende Vermuthung, daſs eine grobe Verfälschung mit Senfsamen oder beim Ankauf der Oelsamen eine Verwechslung von Raps mit Senfsamen stattgefunden habe, erwies sich als nicht stichhaltig, da ein Kulturversuch den braunen und gelben Samen als von Brassica rapa stammend erkennen lieſs.

Das Vorkommen so groſser Mengen Myronsäure in Samen, welche allgemein für frei davon gelten, ist bemerkenswerth, zumal das Auftreten von Senföl nach dem Vermischen gepulverter Raps- und Rübsenkuchen mit Wasser bisher als Beweis einer stattgefundenen Verfälschung angesehen wird. Weitere Versuche ergaben, daſs sämmtliche Rübsenpreſsrückstände und Samen Senföl wenn auch in verschiedener Menge, entwickelten, in allen demnach die Myronsäure enthalten sein muſste, so daſs sie als ein stets vorkommender Bestandtheil davon bezeichnet werden kann. Russische Rapskuchen (von Brassica napus) gaben jedoch keine Spur von Senföl, ebenso hier gebaute Samen von Brassica napus; es lieſs aber der eigenthümliche unangenehme Geruch, welcher bei Einwirkung des Wassers sehr stark hervortrat, auf die Bildung eines anderen Schwefel haltigen Körpers und auf das Vorkommen einer anderen Schwefel verbin düng in den Fruchtkörnern schlieſsen.

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