Titel: Gewinnung von metallischem Zink aus seinen Lösungen mittels des elektrischen Stromes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 11 (S. 390)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi05_11

Gewinnung von metallischem Zink aus seinen Lösungen mittels des elektrischen Stromes.

Die Form, in welcher die Abscheidung des metallischen Zinkes erfolgt, wenn man durch eine neutrale Zinklösung einen elektrischen Strom leitet, richtet sich nach C. Luchow in Deutz (D. R. P. Kl. 40 Nr. 14256 vom 20. April 1880) namentlich nach der Concentration der Lösung und nach der Stärke des elektrischen Stromes; mit dem Wachsen beider geht die regulinische Form des abgeschiedenen Metalles bei gleichbleibender Gröſse und Entfernung der Pole mehr und mehr in die körnige bis feinkörnige über. Man verwendet daher zur Elektrolyse concentrirte Zinklösungen bis zu einem Gehalt von 20 bis 30 Proc. Zink. Zur Zersetzung verwendet man viereckige, 1 bis 1m,2 hohe, etwa Im breite und 3 bis 4m lange Kästen aus Holz oder entsprechende Steintröge. Als Kathoden benutzt man Zinkbleche oder mit Kokes gefüllte Gitterkästen, als Anoden Gemenge von Zink haltigen Erzen, Röst- und Hüttenproducten mit Kokes oder auch Kokes allein in entsprechenden Gitterkästen.

Nachdem unter die Kathoden zur Sammlung des ausgeschiedenen Zinkes hölzerne, mit Blei beschwerte Rahmen gesetzt sind, welche unten mit starkem Gewebe oder Flechtwerk überzogen wurden, werden die Anoden und Kathoden eingestellt, worauf man die Zinklösung langsam in die Füllkästen einläſst und den Strom schlieſst. Sobald das an den Kathoden sich abscheidende metallische Zink anfängt, warzen- oder baumartige Ansätze zu bilden, werden die letzteren abgestoſsen, damit sich keine Brücke für den Strom nach den Anoden hin bilden kann. Der sich auf der Oberfläche der Zinklösung an den Polen bildende Schaum wird von Zeit zu Zeit in kleinere Behälter abgeschöpft, worin er langsam zerflieſst. Hat sich eine reichliche Menge Zink in den Sammelkästen angehäuft, so werden zuerst die Kathoden, dann die Sammelkästen aufgezogen, das darin befindliche Zink wird gewaschen und in dünnen Schichten an der Luft getrocknet.

Auf das Neutralhalten der Lösung ist namentlich bei der Elektrolyse von schwefelsaurem Zink zu achten, weniger bei Chlorzinklösungen, welche jedoch die unangenehme Eigenschaft haben, daſs sich bei Anwendung solcher Anoden aus Kohle Chlor bildet. Man kann dies beseitigen durch Einpressen von Luft und Ansaugen der Gase durch Trichterkästen mit Wasserglas, oder durch Einleiten von Schwefligsäure. Andernfalls kann das auftretende Chlor dazu dienen, das in den Zinklösungen etwa vorkommende oder sich bildende Eisenoxydul in Oxyd überzuführen, in welcher Form das Eisen leicht aus den Zinklösungen abgeschieden werden kann, und ferner ist es bei Anwendung von Anoden, welche aus einem Gemenge von Kokes mit Blende bestehen, möglich, mittels Elektrolyse von Chloridlösungen das in den Blenden enthaltene Zink aufzulösen und in metallischer Form abzuscheiden. Eine passende Lösung für die Gewinnung des Zinkes direct aus der Blende ist eine mäſsig concentrirte, schwach sauer gehaltene Kochsalzlösung.

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