Titel: Ueber den Gehalt der Fette an freien Fettsäuren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 11 (S. 453–454)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi06_11
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Ueber den Gehalt der Fette an freien Fettsäuren.

F. Hofmann fand im frischen Menschenfett freie Fettsäuren, aber in so geringen Mengen, daſs 100g Fett nur 1 bis 87mg Kalihydrat neutralisirten. Aehnlich niedrige Werthe erhielt v. Rechenberg (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1881 S. 2216) für andere thierische Fette und zwar für Rindfett 1mg, für Schweinfett 8mg Kali.

Für die Pflanzenfette liegen bis jetzt noch keine directen Bestimmungen der freien Fettsäuren vor; dagegen haben J. König und v. d. Becke auf Grund von Glycerinbestimmungen geschlossen, daſs die Pflanzenfette zum groſsen Theile aus freien Fettsäuren bestehen. König, Kiesow und Aronheim fanden in einer Reihe von Pflanzenfetten nur 1,3 bis 6,5 Proc. Glycerin und v. d. Becke (1880 237 305) blos 4,6 bis 6,4 Proc. Glycerin, während zur Neutralisation der in Frage kommenden fetten Säuren 8 bis 10 Proc. Glycerin erforderlich sind.

v. Rechenberg hat nun verschiedene Oelsamen auf ihren Gehalt an freien Fettsäuren untersucht; in folgender Zusammenstellung bezeichnen die Zahlen die Milligramm Kali, welche 100g der Fette neutralisirten:


Samen
Diesjährig Vor-
jährig
5 bis
7 jähr.
Ueber
10 jähr.
1 2 3
Rübsen, Brassica rapa 133 74 36 87 205
Raps, Brassica napus 2137 138 32 87 542
Leindotter, Camelina sativa 2070 324 313 676
Lein, Linum usitatissimum 445 53 167 425
Oelrettig, Raphanus sativus chin. 142 2580
Mohn, Papaver somniferum blauer
weiſser


743
913
557

2060

Die Versuchsreihen 1 und 2 betreffen unreifen Samen, Reihe 3 gelbreifen Samen; doch hatte der Mohn auf dem Felde bereits einige Keime getrieben. Mit dem Reifen der Samen nimmt somit der Säuregehalt ab, um während des Keimungsprocesses von Neuem anzusteigen.

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