Titel: Herstellung chlorsaurer Salze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 13 (S. 454–455)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi06_13

Herstellung chlorsaurer Salze.

Wird das Einwirkungsproduct von Chlor auf Kalkmilch wie gewöhnlich mit Chlorkalium zersetzt, so bleibt bei dem Auskrystallisiren des chlorsauren Kaliums ein Theil desselben in der Chlorcalcium haltigen Mutterlauge als nicht gewinnbar zurück und geht mit derselben verloren. Zur Verringerung dieses Verlustes kann man nach A. R. Pechiney und Comp. in Salindres (D. R. P. Kl. 12 Nr. 15493 vom 10. März 1881) vor der Zersetzung mit Chlorkalium den gröſsten Theil des Chlorcalciums in folgender Weise abscheiden. Die Lösung wird bis zur Krystallisation des Chlorcalciums (48° B.) eingedampft, das beim Erkalten auf 10° ausgeschiedene Chlorcalcium durch Ausschleudern getrennt, worauf die Lösung auf 1 Mol. chlorsaures Calcium nur noch 1 bis 2 Mol. Chlorcalcium enthält. Oder man setzt Kalk zu der Lösung, so daſs auf 1 Mol. Chlorcalcium 3 Mol. Kalk kommen. Es bilden sich besonders bei Anwendung von Wärme basische Chlorüre, von denen man die |455| Lösung trennt. Mit Vortheil wendet man beide Verfahren nach einander an. Die basischen Chlorüre, welche ziemlich viel Calciumchlorat enthalten, werden durch warmes Wasser zersetzt, die Lösung von Chlorcalcium und Calciumchlorat wird nach der Trennung von dem Kalk bis zur Krystallisation des Chlorcalciums eingedampft. Aus diesen so angereicherten Lösungen von Calciumchlorat lassen sich durch Zusatz von Chlorkalium erheblich gröſsere Mengen Kaliumchlorat erhalten als sonst beim früheren Verfahren. Zur Herstellung von Natriumchlorat setzt man Natriumsulfat zu und scheidet den dann noch in Lösung befindlichen Kalk durch Zusatz von Soda ab. Beim Eindampfen der Lösung setzt sich erst Chlornatrium ab, das durch Auswaschen von anhaftendem Chlorat befreit wird.

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