Titel: Zur Herstellung von Anstrichen. (Patentklasse 22).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 242/Miszelle 17 (S. 456)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj242/mi242mi06_17

Zur Herstellung von Anstrichen. (Patentklasse 22).

Die flüssige Wichse von J. A. Scholz in München (D. R. P. Nr. 14956 vom 21. December 1880) besteht aus 50 Th. Asphalt, 50 Th. Erdöl, 6 Th. Leinölfirniſs, 14 Th. Fischthran und 13 Th. Spiritus.

Zur Herstellung von Tanninschwarz werden nach Th. H. Cobley und W. G. Gard in Dunstable (D. R. P. Zusatz Nr. 14952 vom 5. December 1880, vgl. 1881 240 243) Lederabfälle mit Eisenchlorid gekocht. Der getrocknete Rückstand soll zur Herstellung von Buchdruckerschwärze oder – mit Oel, Melasse u. dgl. gemischt – als Stiefelwichse gebraucht werden.

Einen satinirfähigen Anstrich für Pappe und Papier erhält man nach A. Bauer in Salzuffeln (D. R. P. Nr. 14964 vom 13. Januar 1881) durch Mischen von 100l siedendem Wasser, 50g Ultramarin, 1k,5 unterschwefligsaurem Natrium, 150k Gyps (Annalin) und 120l eines aus 10k Weizenstärke bereiteten Kleisters. Glycerinzusatz macht die Masse weicher, Stearin oder Wachs ertheilen ihr einen schöneren Glanz.

Nach H. R. P. Hosemann in Berlin (* D. R. P. Nr. 15251 vom 1. Februar 1881) werden zur Herstellung eines guten Leimpräparates 50k Chlorcalciumlösung von 30 bis 32° B., 25k Kartoffelstärke und 25l Wasser angerührt, mit 5k einer Lösung von Colophonium in Alkalilauge gemischt und auf 62 bis 75° erwärmt. Man setzt dann 4k eines Gemenges von 60 Th. Weinstein, 127,5 Th. Schwefelsäure von 10° B. und 10,5 Th. Thonerdesulfatlösung von 9° B. mit 40l Wasser, schlieſslich 1k Chlorzinklösung (10° B.) in 5l Wasser und 200g Phenol mit 30g Nitrobenzol in 4 bis 5k Wasser hinzu.

Die Masse ist als Ersatz für Schlichtleim in der Weberei, für die Leim- und Gummimassen bei der Tapeten- und Buntpapierfabrikation, für die Steifungsmittel bei der Filzfabrikation, für die Verdickungsmittel im Zeugdruck und als Klebmittel verwendbar. Bei Benutzung der Mischung für vegetabilische Fasern läſst man das Colophonium weg, ebenso zur Verwendung als Appreturleim. Um dem Schlicht- und Appreturleim bleichende Eigenschaften zu ertheilen, läſst man Colophonium, Weinstein-Thonerde und Chlorzink weg und setzt 0,5 bis 1k übermangansaures Kali zu, oder man setzt unter Belassung von Chlorzink 4 bis 8k zweifach schwefligsaures Natron hinzu.

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