Titel: Salicylsäure gegen das gelbe Fieber.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 243/Miszelle 16 (S. 436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj243/mi243mi05_16

Salicylsäure gegen das gelbe Fieber.

W. White betrachtet mit der Mehrzahl der amerikanischen Aerzte das gelbe Fieber als eine endemische gährungsähnliche Krankheit, welche sehr wahrscheinlich durch mikroskopische Organismen hervorgerufen wird. Sie wird erzeugt durch längere Zeit andauernde hohe Temperatur, groſse Feuchtigkeit der Luft und die Gegenwart organischer, in Zersetzung begriffener Massen. White empfiehlt nun nach dem Archiv der Pharmacie, 1882 Bd. 220 S. 72 im Glasgow Medical Journal Salicylsäure als vorbeugendes und verhütendes Mittel. Er theilte dieses einem Schiffscapitän mit, welcher nach Brasilien segelte und 3 Wochen lang im Hafen von Rio de Janeiro blieb. Dort herrschte gerade das gelbe Fieber, so daſs unter den auf der Rhede liegenden 150 Schiffen es keines gab, das nicht fast täglich 2 bis 4 von der tödtlichen Krankheit Ergriffene hatte. Der Capitän gab jedem seiner Mannschaft täglich 0g,324 Salicylsäure in der gewöhnlichen Menge citronensaurer Limonade und erlangte hierdurch die besten Resultate. Ein anderes Schiff, welches White's Vorschriften befolgte, konnte in der Zeit, als eine Epidemie des gelben Fiebers herrschte, 7 Wochen lang einem ganz mit Kranken belegten Hospital gegenüber verweilen, ohne daſs ein einziger seiner Matrosen von der Krankheit ergriffen wurde. Diese kleinen Gaben von 0,19 bis 0g,65 Salicylsäure werden gern genommen, da sie den Geschmack der Limonade nicht ändern.

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