Titel: Langley's Sicherheitsbuffer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244 (S. 21)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/ar244011

Langley's Sicherheitsbuffer.

Mit Abbildungen auf Tafel 2.

Auf den Kopfstationen der Eisenbahnen kommt es bekanntlich nicht selten vor, daſs ein Zug mit noch bedeutender Geschwindigkeit gegen die Buffer anrennt, und es ist in solchem Falle besonders der Rückstoſs der gewöhnlichen Federbuffer für die Wagen schädlich und für die Fahrgäste unangenehm. In dieser Beziehung scheinen die von A. A. Langley, Ingenieur der Great Eastern Railway, construirten hydraulischen Buffer sehr zweckmäſsig zu sein. Das Wesentliche derselben ist nach Engineer, 1881 Bd. 52 S. 474 aus Fig. 21 bis 25 Taf. 2 zu erkennen. (Vgl. Clerk 1870 195 * 397.)

Die beiden fest verankerten Cylinder stehen durch Röhren mit einem Wasserbehälter in Verbindung, welcher in einer Höhe von 15 bis 20m über den Schienen aufgestellt ist, so daſs in den Cylindern eine Pressung von etwa 1,5 bis 2at herrscht. Die Kolben sind willig eingepaſst und haben je zwei Ausschnitte, in welche an den Cylinderwänden befestigte Längskeile eingreifen. Sind die Bufferkolben wie gezeichnet ausgeschoben, so sind die erwähnten Ausschnitte fast ganz frei (vgl. Fig. 22) und lassen mithin dem Wasser einen verhältniſsmäſsig groſsen Durchströmquerschnitt. Derselbe vermindert sich aber allmählich mehr und mehr, je weiter die Kolben in die Cylinder hineingeschoben werden (Fig. 21). Es wird mithin, wenn ein Zug gegen die Buffer anfährt, der Widerstand, welchen die Kolben bieten, zunächst gering sein und dann allmählich wachsen, und zwar (im Gegensatz zu den gewöhnlichen Federbuffern) um so schneller wachsen und um so gröſser werden, je gröſser die Geschwindigkeit des Zuges ist. Der Hauptvorzug besteht aber nun darin, daſs mit der Abnahme der Geschwindigkeit auch sofort der Druck hinter den Kolben wieder verschwindet und, wenn der Zug zum Stehen gekommen ist, die Pressungen auf beiden Seiten der Kolben wieder gleich sind. Der Gesammtdruck auf die hintere Kolbenfläche übertrifft den auf die vordere Fläche wirkenden nur um so viel, als dem Querschnitt der Kolbenstange entspricht, und dies genügt, um nach dem Abfahren des Zuges die Kolben wieder langsam vorzuschieben und die Buffer von neuem wirkungsfähig zu machen. Nur zu diesem Zweck ist ein hoch gelegener Wasserbehälter erforderlich. Wird das Zurückführen der Kolben auf andere Weise bewirkt, so kann der Behälter beliebig aufgestellt sein, wenn nur die Cylinder stets mit Wasser gefüllt erhalten werden.

Auf der Liverpool-Street-Station in London sind derartige von Ransomes und Rapier in Ipswich und London ausgeführte Buffer schon in Benutzung genommen und für Zuggeschwindigkeiten von 10 bis 11km in der Stunde geprüft. Der gröſste Druck hinter den Kolben wird dabei zu 35at angegeben.

Whg.

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