Titel: Gieſsofen mit Trockenkammer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244 (S. 53–54)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/ar244027

Gieſsofen mit Trockenkammer.

Mit Abbildungen auf Tafel 6.

Gewöhnlich legt man die kleinen Schachtöfen, in welchen das Metall in Tiegel für den Guſs eingeschmolzen wird, dicht an einen Schornstein; manchmal verbindet man mit dem Schmelzofen eine Trockenkammer für Kerne und kleine Formkasten, obzwar deren getrennte Anlage zweckmäſsiger erscheint, weil durch die langen, flachen und daher leicht mit Flugasche versetzten Heizkanäle, welche solche mit Schmelzöfen verbundene Trockenkammern besitzen, der angestrebte Zweck nur unvollkommen erreicht wird. Dieser Mangel der gewöhnlichen Einrichtung erscheint bei dem in Fig. 8 und 9 Taf. 6 gezeichneten Ofen, welchen Obermaschinenmeister F. Oberstadt in seinem empfehlenswerthen Werke: Die Technologie von Eisenbahnwerkstätten1) beschreibt, gänzlich beseitigt. Hier bilden guſseiserne Kästen z wirkliche Heizkanäle, welche auch bequem von Flugasche gereinigt werden können und zugleich als Tische für Trockenformen dienen.

Die nähere Einrichtung ist folgende. Die Oefen bestehen aus schmiedeisernen Cylindern c, welche am unteren Ende mit einem Winkelring beschlagen sind, um auf diesen die Fütterung von feuerfesten Steinen aufzubauen. Die Ofenschächte ruhen auf Mauern m, welche, ebenfalls mit feuerfesten Steinen bekleidet, durch Anker d zusammengehalten sind und auch die Roststäbe l tragen. Durch Kanäle r, welche bei e durch Schieber abgesperrt sind, um bequem gereinigt werden zu können, entweichen die Verbrennungsgase durch kurze |54| Rohrstücke o in die wagrecht liegenden guſseisernen Rauchrohre z und von da in den Schornstein bei J. Die obere Rohrwand ist so gestaltet, daſs sie als Tischfläche für zu trocknende Formen und Kerne verwendet werden kann. Zum Reinigen des Rohres z dienen verschlieſsbare Oeffnungen x. Die Enden des Abzugsrohres sind bei z1 durch einen gemauerten Kanal verbunden, welcher mit zwei gegen einander liegenden guſseisernen Platten ab bedeckt ist und ebenfalls als Tisch zum Auflegen von zu trocknenden Formen gebraucht wird. Bei u sind Register angeordnet, um die Richtung der Heizgase bezieh. die Temperatur der Trockenkammern zu reguliren.

In Betreff der Einzelheiten der Ausführung sei auf die genannte Quelle verwiesen.

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Wiesbaden 1881. C. W. Kreidel's Verlag.

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