Titel: Schlüter's Neuerung an Loch- und Schermaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244 (S. 431–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/ar244169

Neuerung an Loch- und Schermaschinen.

Mit Abbildungen auf Tafel 31.

Die von H. Schlüter in Neustadt a. R., Hannover (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 17645 vom 27, August 1881) angegebene Neuerung an Lochmaschinen und Scheren bezweckt eine möglichst groſse Uebersetzung zwischen Antriebs- und Arbeitsdruck ohne Rädervorgelege und die selbstthätige Auslösung der Verbindung zwischen Antriebs- und Arbeitsorgan nach jedem Hube, so daſs die Anzahl der Hübe ohne Aenderung der Umdrehungszahl der Antriebswelle geregelt werden kann.

Die eigenartige Ausführung zeigt Fig. 10 Taf. 31 an einer Lochmaschine. In den gegabelten Kopf des Maschinenständers A ist ein kräftiger Hebel B eingelegt, dessen Vorderende sich nach oben mittels der gekrümmten Stahlplatte a gegen die untere Fläche einer auf einen Zapfen im Gabelkopfe aufgeschobenen Stahlwalze b stützt und unten mit einer cylindrischen Aussparung versehen ist, welche den kugelförmigen Kopf des Führungsstempels c umfaſst. Das Hinterende des Hebels ist mit einer Kreisverzahnung versehen, in welche zwei Klinken d eingreifen, die auf zwei mit entgegengesetzt gerichteter Excentricität auf der Antriebswelle, e angeordnete Excenter aufgesteckt sind. Befindet sich die Maschine in Thätigkeit, so wird das Hinterende des Hebels durch die ihre Bewegungen abwechselnd vollführenden Klinken stetig gehoben, während das Vorderende des Hebels, dessen obere Seite längs der Stahlwalze b gleitet, den Führungsstempel und mit ihm den Lochstempel (oder das Scherenblatt) niederdrückt, wobei der Hub des Stempels und die in jedem Augenblick stattfindende Hebelübersetzung von der gewählten Krümmung der Stahlplatte abhängig bleibt.

Die selbstthätige Auslösung besorgt ein am Druckhebel B seitlich angebrachter Zapfen g, welcher am Ende seines Hubes gegen den oberen Rand der Aussparung a einer seitlich am Ständer A befindlichen Scheibe C anstöſst und diese dadurch um die Achse z aufwärts dreht. Hierdurch wird der Zapfen x des am Gestell A mit seinem unteren Ende drehbaren Hebels f in seiner Winkelnuth β der Scheibe G derart nach rechts bewegt, daſs er die Stange G zwingt, die Klinke d auszurücken. Auf der entgegengesetzten Seite des Ständers befindet sich eine gleiche Ausrückvorrichtung. Die Klinke d liegt mittels eines durch eine Spiralfeder, stetig angespannten Zapfens im Kopfe der Stange G. Nach erfolgter Auslösung fällt das Hinterende des Druckhebels B auf den Holzklotz H nieder, wobei die kleine Stahlrolle w als Drehachse dient, so daſs der Lochstempel aufwärts schwingt.

Die beschriebene Hebelconstruction läſst sich einfacher in Verbindung |432| mit einer Schraube anwenden, auf welcher das Ende des Druckhebels als Mutter läuft, während die Schraube selbst um ihren als Kugelzapfen ausgebildeten Fuſs schwingt (vgl. Fig. 11).

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: