Titel: Verwendung giftiger Farben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 22 (S. 88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi01_22

Verwendung giftiger Farben.

Nach dem Entwurf, welcher dem Bundesrathe auf Grund des §. 5 des Nahrungsmittelgesetzes vom 14. Mai 1879 vorgelegt wurde, soll folgende Verordnung über die Verwendung giftiger Farben zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Genuſsmitteln und Gebrauchsgegenständen erlassen werden:

§. 1. Giftige Farben dürfen zur Herstellung von Nahrungs- und Genuſsmitteln, welche zum Verkaufe bestimmt sind, nicht verwendet werden. Giftige Farben sind alle diejenigen Farbstoffe und Zubereitungen, welche Antimon, Arsenik, Barium, Blei, Chrom, Cadmium, Kupfer, Quecksilber, Zink, Zinn, Gummigutt oder Pikrinsäure enthalten. Ausgenommen bleiben jedoch: Schwerspath, reines Chromoxyd, Zinnober.

§. 2. Die Aufbewahrung und Verpackung von zum Verkaufe bestimmten Nahrungs- und Genuſsmitteln in Umhüllungen, welche mit giftigen Farben gefärbt sind, sowie in Gefäſsen, welche unter Verwendung giftiger Farbe derart hergestellt sind, daſs ein Uebergang des Giftstoffes in den Inhalt des Gefäſses stattfinden kann, ist verboten.

§. 3. Die Verwendung der im §. 1 verzeichneten giftigen Farben, mit Ausnahme von Zinkweiſs und Chromgelb, in Firniſs oder Oelfarbe zur Herstellung von Spielwaaren ist verboten.

§. 4. Die Verwendung Arsenik haltiger Farben zur Herstellung von Tapeten, ingleichen der mit Arsenik hergestellten Kupferfarben und der solche Farben enthaltenden Stoffe zur Herstellung von Bekleidungsgegenständen ist verboten.

§. 5. Das gewerbsmäſsige Verkaufen und Feilhalten von Nahrungs- und Genuſsmitteln, welche den Vorschriften der §§. 1, 2 zuwider hergestellt, aufbewahrt oder verpackt sind, sowie von Spielwaaren, Tapeten und Bekleidungsgegenständen, welche den Vorschriften der §§. 3 und 4 zuwider hergestellt sind, ist verboten.

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