Titel: Unterhaltungskosten der Asphalt-, Holz- und Granitpflasterungen in der City von London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 5 (S. 82–83)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi01_5

Unterhaltungskosten der Asphalt-, Holz- und Granitpflasterungen in der City von London.

In einem vom 24. Januar d. J. datirten Bericht an die Baudeputation der City von London gibt Ober-Ingenieur W. Haywood folgende Uebersicht über die jährlichen Unterhaltungskosten der wichtigsten, mit Asphalt und Holz gepflasterten Straſsen im Vergleich mit den durch die frühere Granitpflasterung entstandenen Kosten.

Asphaltpflasterungen: Dieselben werden in der Regel von den Unternehmern unter folgenden Bedingungen erhalten: Die Verträge gelten auf 17 Jahre. Für die beiden ersten Jahre bezahlt die Stadtverwaltung nichts, für die folgenden Jahre einen festen Betrag für je 1qm der ganzen Pflasterfläche, welche beständig in bestem Zustande erhalten werden muſs. Nach Ablauf des Vertrages soll das Pflaster kein geringeres als ein bestimmtes Einheitsgewicht besitzen, welches vertragsmäſsig festgesetzt ist.

Holzpflasterungen: Die Verträge über ihre Unterhaltung werden gleichfalls meistens auf 17 Jahre abgeschlossen. Die Unterhaltung findet in den beiden ersten Jahren kostenfrei, sodann für einen festen Jahresbetrag für je 1qm Pflasterfläche statt. Nach Ablauf dieser Vereinbarung muſs die Pflasterung in bestem Zustande der städtischen Verwaltung übergeben werden.

Granitpflasterungen: Die Verwaltung der City hat niemals ähnliche Verträge über die Unterhaltung der Granitpflasterungen abgeschlossen, wie dies beim Asphalt- und Holzpflaster geschehen ist. Für die nothwendigen Arbeiten sind durch öffentliche Ausschreibungen die Einheitspreise festgesetzt und nach Ausmaſs der geleisteten Arbeit bezahlt worden.

Nachdem die meisten Hauptstraſsen der City seit einer Reihe von Jahren mit Holz oder Asphalt gepflastert sind, dürfte ein Vergleich der thatsächlich entstandenen Unterhaltungskosten mit den Kosten, welche die Unterhaltung des früher in jenen Hauptstraſsen befindlichen Granitpflasters nachweislich verursacht hat, von Interesse sein.

Die Unterhaltungsweise der Granitpflasterungen ging darauf hinaus, in Hauptstraſsen nur neue Granitsteine zu verwenden und die Pflasterungen (durch auſsergewöhnlich kostspielige, aber durch die Verkehrsverhältnisse der City gebotene Flickarbeit) im Stande zu erhalten, bis eine vollständige Umlegung erforderlich schien, auch wenn die einzelnen Pflasterblöcke noch lange |83| nicht in unbrauchbarem Zustande waren. Dieselben wurden nach dem Bauhofe gebracht, sortirt, nachgearbeitet und hierauf in Straſsen 2. oder 3. Ordnung neu verlegt. Dies geschah hauptsächlich, um in den sehr verkehrsreichen Hauptstraſsen stets möglichst gutes Pflaster zu haben. Da jedoch auf diese Weise die Granitsteine nach ihrer Entfernung aus den Hauptstraſsen noch in belebten Nebenstraſsen und schlieſslich in Gassen von untergeordneter Bedeutung verwendet worden sind, können die in gröſseren Zeiträumen (einschlieſslich Umpflasterungen) entstandenen Gesammtkosten, obgleich die für Ausbesserungen gemachten Ausgaben genau bekannt sind, nur schätzungsweise angegeben werden.

Die Ausgaben für Ausbesserungen des Granitpflasters (Ausflickung von Mulden, Umwechselung schadhafter Steine u. dgl.) haben im Jahresdurchschnitt betragen: in Cheapside 68, in Poultry 95, in Old Broad Street 30, in Moorgate Street 37, in Lombard Street 32 Pf. für 1qm.

Für die Instandhaltung des Asphaltpflasters wird jährlich bezahlt: in Cheapside und Poultry 180, in Old Broad Street 90, in Moorgate Street 90 bis 100, in Lombard Street 90 Pf., ebenso viel in Oldgate, Fenchurch und Newgate Street, sowie den meisten im Laufe der letzten Jahre mit Asphaltbelag versehenen Straſsen, ausnahmsweise in Milton Street und Philpot Lane 60 Pf. für 1qm.

Für die Instandhaltung des Holzpflasters schwanken die jährlichen Ausgaben von 80 bis 180 Pf. für lqm. Letzterer Preis wird in King William Street, Leadenhall Street und den Minories bezahlt, ersterer in St. Paul's Churchyard. Der Durchschnittspreis beträgt etwa 100 Pf., z.B. in Fleet Street, Holborn u.a.

Wenn man die Herstellungskosten auf die Dauer der Verträge gleichmäſsig vertheilt, so ergibt sich als Jahresbetrag der Gesammtkosten für Holzpflaster 2,50 bis 3 M. für 1qm, für Asphaltpflaster 2 bis 2,80 M. für 1qm, während die jährlichen Gesammtkosten des Granitpflasters auf 1,30 bis 2 M., in Poultry ausnahmsweise bis auf 3,30 M. für 1qm geschätzt werden. (Nach der Deutschen Bauzeitung, 1882 S. 121).

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: