Titel: Jutesammt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 6 (S. 83)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi01_6

Jutesammt.

Nach Mittheilung von Prof. E. Pfuhl in der Rigaschen Industriezeitung kommen in neuerer Zeit sammtartige Jutegewebe1) in den Handel, bei denen das Grundgewebe aus Baumwolle, die Haardecke oder der Flor aus Jute bestehen. Der Flor wird ebenso wie bei den bisherigen Sammtgeweben erzeugt; dann werden die ähnlich wie Tapeten gemusterten Stoffe folgendermaſsen behandelt. Der Flor wird durch Pressen oder Gaufriren mittels heiſser Platten oder Walzen, die auf ihrer Oberfläche mit hervortretenden Mustern versehen sind, da, wo diese erhabenen Flächen aufliegen, niedergedrückt; so entstehen vertiefte, atlasartig glänzende Flächen, neben denen der nicht gepreſste Flor in seiner ursprünglichen Form steht. Die Rückseite des Gewebes wird mit Leimwasser angefeuchtet, wodurch ein Wiederaufrichten des niedergepreſsten Flores verhindert wird. Man kann auch die beim Pressen als Unterlage dienende Leinwand mit einer schwachen Lösung von Schellack in Spiritus bestreichen, dann den Sammt darauf legen und pressen. Es dringt dabei etwas Schellack in das Gewebe ein und bindet den niedergedrückten Flor so fest, daſs er selbst durch Feuchtigkeit nicht mehr losgelöst wird. Die Schönheit und Gediegenheit des Aussehens dieser Stoffe macht dieselben als Möbelstoffe, ferner zu Vorhängen und Tapeten besonders geeignet; da dieselben auch mottensicher sind, so ist anzunehmen, daſs sie eine weite Verbreitung finden werden.

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Juteplüsch stellt u.a. nach der Deutschen Industriezeitung, 1882 S. 94 die Firma Seidler und Schreiber in Chemnitz seit etwa ½ Jahr her.

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