Titel: Herstellung von Milchsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 24 (S. 171–172)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi02_24

Herstellung von Milchsäure.

Nach H. Kiliani (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 136) versetzt man eine Lösung von 100g Traubenzucker in 100cc Wasser mit 100cc einer Lösung von 1 Th. Kalihydrat in 0,5 Th. Wasser. Bei Verarbeitung gröſserer Mengen muſs man das Alkali langsam und unter Abkühlung zusetzen. Die Mischung wird in einer Stöpselflasche einige Stunden auf 35° |172| erwärmt; dann steigert man die Temperatur langsam auf 60° und digerirt, bis die Flüssigkeit Fehling's Lösung nicht mehr reducirt, was in der Regel nach 6 bis 7stündigem Erhitzen der Fall sein wird. Inzwischen bestimmt man durch Titration, wieviel Cubikcentimeter einer Schwefelsäure (3 Th. reine Säure auf 1 Th. Wasser) zur Neutralisation einer abgemessenen Menge der verwendeten Kalilauge nöthig sind, und läſst nach dem Erkalten der Reactionsmischung in dieselbe langsam genau so viel von dieser Schwefelsäure einflieſsen, als zur Neutralisation des angewendeten Alkalis nöthig wäre. Während des Zusatzes der Schwelsäure scheidet sich schon Kaliumsulfat aus; die anfangs rothbraune Flüssigkeit färbt sich heller, sobald sie sauer wird. Man concentrirt etwas durch Verdampfen und gibt unter Umrühren 93procentigen Weingeist hinzu, bis eine abfiltrirte Probe, mit Chlorbarium versetzt, klar bleibt. Die filtrirte alkoholische Lösung wird mit kohlensaurem Zink im Wasserbade erwärmt und kochend heiſs filtrirt. Hat man nicht zu viel Weingeist angewendet, so erstarrt die Lösung beim Erkalten zu einem Brei von milchsaurem Zink; sonst krystallisirt das Salz leicht beim freiwilligen. Verdunsten der Lösung. Das Gewicht der ersten Krystallisation betrug bei einem Versuche 44 Procent des verwendeten Traubenzuckers, entsprechend 27 Proc. Milchsäure.

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