Titel: Zur künstlichen Herstellung der Alkaloide.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 13 (S. 256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi03_13

Zur künstlichen Herstellung der Alkaloide.

Das Xanthin hat die Zusammensetzung C5H4N4O2 und unterscheidet sich von dem Theobromin, C7H8N4O2, durch den Mindergehalt von 2 Kohlenstoff- und 4 Wasserstoffatomen. B. Strecker sprach daher schon vor längerer Zeit die Vermuthung aus, daſs die zweite Base ein Dimethylderivat der ersteren sei. Wenn man nun nach E. Fischer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 453) Xanthin in der zur Bildung des neutralen Salzes C5H2N4O2Na2 nöthigen Menge Natronlauge löst, in der Siedehitze mit essigsaurem Blei fällt und das bei 130° getrocknete Salz mit der 1,5fachen Menge Jodmethyl 12 Stunden lang auf 100° erhitzt, die erhaltene Masse mit Wasser auskocht, mit Schwefelwasserstoff fällt und nach dem Uebersättigen mit Ammoniak verdampft, so erhält man Theobromin. Da dieses nach der Methode von Strecker leicht in Coffeïn übergeführt wird, so sind Theobromin und Coffeïn als Dimethyl- bezieh. Trimethylxanthin aufzufassen. Mit dem Xanthin sind aber Guanin und Sarkin nahe verwandt. Durch obige Umwandlung des Xanthins in Coffeïn ist somit die Möglichkeit gegeben, diese Base, welche als der wirksamste Bestandtheil zweier wichtiger Genuſsmittel ein besonderes Interesse hat, aus einem anderen Rohmaterial, dem Guano, zu gewinnen.

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