Titel: Verfahren zur Herstellung von Druckplatten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 7 (S. 254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi03_7

Verfahren zur Herstellung von Druckplatten.

Um Druckplatten zu gieſsen, verfährt H. J. Haddan in London (* D. R. P. Kl. 31 Nr. 14317 vom 12. Januar 1881) folgendermaſsen: Auf eine Glasplatte, die in Berührung mit heiſsem Metall springt, wird eine gleichmäſsige Schicht einer Masse, welche sich in gebranntem Zustande leicht graviren läſst, aufgetragen. Als beste Zusammensetzung für diese Masse werden empfohlen 4 G.-Th. fetter, fein geschlemmter Lehm, 6 Th. Schlemmkreide und 1 Th. feiner Gyps. Je nach der Härte des Druckplattenmetalles muſs der Zusatz von Lehm erhöht werden. Diese Materialien werden mit Wasser angerührt und aus dem so hergestellten Teig zwischen Leisten Platten gewalzt, welche an allen Stellen gleichmäſsig dick sind. Die Dicke ist gleich der Höhe der Hervorragungen der Druckplatte. Nachdem die Masseplatten lufttrocken geworden, werden sie gebrannt und mittels eines Kittes auf der Glasplatte befestigt. Sodann wird die betreffende Zeichnung bis auf die Glasunterlage in die Massenplatte eingravirt und das Ganze in Formkasten eingeformt, so daſs über der Platte ein freier Raum von der beabsichtigten Dicke der Druckplatte bleibt, unter der Glasplatte sich dagegen ein Netz von Luftkanälen befindet, welches mit der Auſsenluft in Verbindung steht. Beim Guſs springt die Glasplatte in Berührung mit dem flüssigen Metall, so daſs durch diese Sprünge und die Luftkanäle der Form die in den Gravirvertiefungen befindliche Luft entweichen und das flüssige Metall jede Ecke ausfüllen kann. Um das Springen der Glasplatten zu befördern, kann man sie durch einen Diamanten nach allen Richtungen hin ritzen.

Nach diesem Verfahren hergestellte Druckplatten sollen vollkommen eben und glatt sein und keine Blasen oder matten Stellen aufweisen.

St.

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