Titel: Ueber die Herstellung von Uran.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 10 (S. 334–335)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi04_10

Ueber die Herstellung von Uran.

Nach Cl. Zimmermann (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 847) bringt man zu diesem Zweck in einen ausgebohrten Eisencylinder zunächst eine Schicht von ausgeglühtem Chlornatrium, dann 3 bis 4 Th. zerschnittenes Natrium, hierauf wieder Chlornatrium, 10 Th. Uranochlorid, schlieſslich wieder eine Schicht Chlornatrium, schraubt den erwärmten Deckel auf und erhitzt im Holzkohlenfeuer. Unterbricht man bei dunkler Rothglut des Tiegels die weitere Erhitzung, so erhält man das Uran in pulverförmigem Zustande; steigert man dagegen die Temperatur bis zur Weiſsglut des eisernen Gefäſses, so findet sich das Uran im geschmolzenen Zustande in Form von mehr oder minder groſsen silberglänzenden Kugeln. Der Tiegelinhalt wird zunächst, um die Reaction von noch vorhandenem Natrium zu massigen, mit Alkohol, später zur Entfernung des Chlornatriums mit Wasser ausgezogen; das zurückbleibende Uran wird hierauf mit Alkohol und Aether behandelt und schlieſslich bei 100° getrocknet.

Das so erhaltene, völlig reine Metall hat 18,68 sp. G., einen dem Silber ähnlichen Metallglanz, welcher jedoch an der Luft bald einer stahlblauen, dann schwarzen Haut Platz macht. Es läſst sich etwas hämmern und ist fast so hart als Stahl. Das geschmolzene Uran verbrennt an der Luft beim Erhitzen auf Platinblech unter Funkensprühen, das grauschwarze pulverförmige |335| Uran schon beim Erwärmen auf 150 bis 170°. Die specifische Wärme des Urans beträgt 0,0276, so daſs auch hierdurch das Atomgewicht 240 bestätigt wird.

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