Titel: Zur Statistik des Zinkhüttenbetriebes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 8 (S. 332–334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi04_8

Zur Statistik des Zinkhüttenbetriebes.

Bilharz und Althans geben in den Verhandlungen des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleiſses, 1881 535 u. 539 folgende Ziffern, sämmtlich auf 1000k (Tonne) bezogen.

Die Production stellte sich in: 1879 1880
Deutschland 96360 99405
Belgien 63007 65010
England 16750 22000
Frankreich 14467 13715
Oesterreich, Polen u.s.w. 3200 3200
–––––––––––––––
193784 203330.

Von der in Deutschland dargestellten Menge kommen auf Schlesien 63476 bezieh. 65437t. Bisher hat die Erzförderung in Deutschland mit der Metallgewinnung gleichen Schritt gehalten, wenn auch bei der Verhüttung die Blende immer mehr an die Stelle des Galmeis und der Silicate getreten ist. Für den Aachener Bezirk z.B. stellte sich in zwei auf einander folgenden Jahren die Verhüttung von:

1879 1880
Galmei auf 21800 19690
Blende 31790 34580
–––––––––––––
53590 54270.

Hierzu treten dann noch erhebliche Bezüge spanischer, sardinischer und in letzterer Zeit auch griechischer Erze, die zum gröſsten Theile noch aus Galmei bestehen.

In Schlesien dagegen lassen sich die eigenen Erze noch concurrenzfähig verarbeiten wegen der günstigen Lage der Hütten zu den Kohlengruben und der Gröſse der Anlagen, obwohl die Verwendung von Blende sich bedeutend schwieriger herausstellt. Einmal ist eine besondere Röstung erforderlich, deren Gase nur mit Kosten und Mühe unschädlich zu machen sind; dann ist der Bleigehalt der Blende, welcher bisher einen Theil der Förderkosten der Zinkerze bezahlt machte, geringer und in der Aufbereitung schwerer abzuscheiden als beim Galmei.

Es stellte sich i. J. 1880 die Bewegung der Zinkerze in Schlesien, wie folgt:

Galmei Blende
Förderung 449672 81322
Zum Lager 8516
Vom Lager 22865
––––––––––––––––––––––––
Verhüttung 472537 72806.
Zusammen 545343
Dazu eingeführt 3185
––––––
Gesammtverhüttung 548528.
|333|

Diese vertheilt sich auf Galmeierze mit 84,6, auf Blende mit 14,6 und auf Eingeführtes mit 0,8 Proc.

Zur Vergleichung mögen hier noch die Verhältnisse der Förderung und Verhüttung in früheren Zeitläufen zusammengestellt werden:


Periode
Mittlere jähr-
liche Förderung
Metall-
gewinnung
Werth. der Erze
in Proc. von dem
des Metalles
1810 bis 1819 2600 680 23,1
1820 1829 27984 7406 34,0
1830 1839 37446 8191 51,0
1840 1849 94779 17068 21,9
1850 1859 180915 30352 42,5
1860 1869 275938 38155 35,3
1870 1879 392989 45442 38,5

Was die Zinkdarstellung betrifft, so hat sich der Verbrauch an Brennmaterial, auf die verhüttete Erzmenge bezogen, stetig vermindert, mit einem gröſseren Sprunge i. J. 1872 durch Einführung der Gasfeuerung. Das Ausbringen hält sich auf ziemlich gleicher Stufe, weil der Antheil der Blende an der Verhüttung in etwa gleichem Verhältnisse wächst, wie bessere Methoden das Ausbringen der Erze überhaupt steigern. Einige hierher gehörige Daten für Oberschlesien sind folgende:


Jahr

Production

Ausbringen
Kohle auf 1k
Erz Zink
1860 40354 15,3 2,699 17,63
1870 36444 12,8 2,455 19,16
1873 36719 10,0 1,342 14,80
1876 49377 11,0 1,553 14,14
1879 63476 12,7 1,520 11,21
1880 65443 12,3 1,529 12,41.

Die Productionskosten und der Verdienst an denselben stellten sich unter den Verhältnissen vom J. 1880, 1t Erz an der Grube zu dem offiziellen Taxwerthe gerechnet, wie folgt:

1t Erz 1t Zink
Erzwerth 15,23 M. 129,45 M.
Fracht, Umladen 1,70 14,45
Brennmaterial 5,78 49,10
Löhne 5,29 45,00
Sonstige Unkosten 2,94 25,00
Zinsen und Amortisation 3,06 26,00
––––––––––––––––––
Selbstkosten 34,00 M. 289,00 M.
Verkaufspreis 39,77 338,00
––––––––––––––––––
Verdienst 5,77M. 49,00 M.

Nach einer anderen Berechnung waren im Durchschnitt:

Erzkosten an der Hütte 202,00 M.
Feuerungskosten 52,60
Andere Unkosten 70,10
–––––––––
Selbstkosten 324,70 M.

Das Hauptproduct der deutschen Hütten sind Zinkbleche, wie eine Mittheilung über die Vieille Montagne ergibt; deren Zinkproduction vertheilte sich auf:

1879 1880
Zinkbleche 41882 37522
Zinkweiſs 6016 5583.

Endlich stellt sich noch für d. J. 1880 die directe Ein- und Ausfuhr aus dem deutschen Zollgebiet folgendermaſsen:

|334|
Einfuhr von: Ausfuhr nach:
Zink Bleche Zink Bleche
Bremen 47,7 3,2 15,3
Hamburg 620,4 36,5 17388,9 5007,6
Skandinavien 54,2 1248,3
Ruſsland 478,3 993,4
Oesterreich-Ungarn 705,8 2,3 6845,3 499,3
Schweiz 2,2 173,1
Frankreich 10,5 1956,0
Belgien 1755,4 56,9 1290,5 235,3
Niederlande 76,2 2,3 3158,4 1254,2
Groſsbritannien 631,3 8573,4 2772,4
Vereinigte Staaten 134,0
Andere Länder 98,8 0,9 92,6 50,9
–––––––––––––––––––––––––––––––––
3989,8 114,8 40622,4 12524,8.
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