Titel: Ueber arabisches Gummi.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 244/Miszelle 18 (S. 467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj244/mi244mi06_18

Ueber arabisches Gummi.

Zur Feststellung des Vermögens des arabischen Gummis, Schleimsäure zu bilden, hat H. Kiliani (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 34) von mehreren Sorten desselben je 1,5 bis 2g mit der 3 fachen Menge Salpetersäure von 1,2 sp. G. im Wasserbade so erwärmt, daſs die Temperatur langsam auf 60° stieg. Bei dieser Temperatur wurden die Proben digerirt, bis im Kölbchen nur mehr eine von Flüssigkeit noch durchtränkte feste Masse verblieb. Die Ausscheidung von Schleimsäure begann bei einzelnen Sorten sehr spät; so war bei der Oxydation des australischen Gummis die Flüssigkeit nach 8stündigem Erwärmen auf 60° noch völlig klar. Die erhaltene feste Masse wurde dann mit ebenso viel Salpetersäure wie anfangs versetzt und auf ein gewogenes Filter gebracht. Der Rückstand auf dem Filter wurde mit kaltem Wasser ausgewaschen, bis im Waschwasser auf Zusatz von essigsaurem Natron und Chlorcalcium keine Trübung mehr entstand, dann das Filter bei 100° getrocknet und gewogen. Das durch Eindampfen concentrirte Waschwasser wurde mit dem ersten Filtrat vereinigt und beide einer zweiten Oxydation genau in derselben Weise unterworfen, wobei in der Regel noch eine ganz erhebliche Menge Schleimsäure erhalten wurde.

Aus den mitgetheilten Versuchsresultaten ergibt sich, daſs zwischen den eigentlichen arabischen und afrikanischen Gummisorten keine wesentlichen Verschiedenheiten bezüglich ihrer Fähigkeit, Schleimsäure zu liefern, vorkommen, während das ostindische und australische Gummi wesentlich abweichen. Die weniger Schleimsäure liefernden Sorten zeigen Rechtsdrehung, die anderen drehen links.

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