Titel: Einfluſs des elektrischen Lichtes auf das Wachsthum der Pflanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1882, Band 245/Miszelle 10 (S. 191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj245/mi245mi04_11

Einfluſs des elektrischen Lichtes auf das Wachsthum der Pflanzen.

C. W. Siemens in London theilt der Gartenzeitung unterm 28. April d. J. folgendes über weitere Kulturversuche mit elektrischem Lichte mit: „Ich habe seit dem 30. November v. J. zwei elektrische Lampen, jede von 4000 Kerzen Leuchtkraft, in nächtlichem Betriebe gehabt, mit Ausnahme der Sonntagsnächte. Eine dieser Lampen ist in einem Glashause, 4m,5 im Quadrat und 3m hoch, aufgestellt, in einer hohlen Glaskugel von 0m,4 Durchmesser vom Dache hängend, mit Ventilation nach auſsen. Die zweite Lampe hängt an einem Pfosten etwa 3m,5 vom Boden und vertheilt ihr Licht über zwei niedrige (eingesenkte) Glashäuser, sowie auch über einen offenen Garten, 5m im Quadrat, welcher reihenweise mit Weizen, Hafer, Gerste, Raps, Klee (Trifolium) und Blumenkohl im Anfange December v. J. besäet wurde. Einige Felder wurden gleichzeitig mit dem nämlichen Samen besäet und, da Boden- und sonstige Verhältnisse ziemlich dieselben sind, so gewährt dieser Versuch einen guten Vergleich zwischen Tageslicht allein und Tageslicht sammt elektrischer Beleuchtung während 6 von den 7 Nächten der Woche. Der Weizen steht auf dem elektrisch erleuchteten Felde jetzt 0m,7 hoch und scheint nahe daran zu sein, Blüthe zu zeigen, während er auf dem äuſseren Felde kaum die halbe Höhe erreicht hat. Alle Früchte auf dem elektrisch erleuchteten Felde sehen kräftig aus; doch lassen sich maſsgebende Resultate selbstredend erst dann aufstellen, wenn die Früchte ihre Reife erreicht haben. Im Uebrigen wiederholen sich die vorjährigen Resultate.1) Ich hatte reife und schmackhafte Erdbeeren am 25. Januar, Melonen am 15. April, Trauben am 18. April und Pfirsiche von guter Gröſse sind eben im Begriff, zu reifen. Die nächtliche Beleuchtung und die Benutzung der Dampfmaschine (von 6e) am Tage zur elektrischen Transmission von Kraft für Pumpen, Sägen, Häckselschneiden u. dgl. gehen ihren guten Gang unter Leitung des Pächters und ohne technische Beihilfe. Da der verbrauchte Dampf ferner zur Heizung der Häuser verwendet wird, so ist der Kostenaufwand nicht bedeutend. Genaue Angaben über den Kostenpunkt kann ich indessen noch nicht machen.“

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Vgl. Engineering, 1881 Bd. 32 S. 297.

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