Titel: L. Klein's rotirender Gasmotor.
Autor: Klein, L.
Fundstelle: 1883, Band 247 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/ar247059

L. Klein's rotirender Gasmotor.

Mit Abbildungen auf Tafel 13.

Bei dem von Ludwig Klein in Charlottenburg (* D. R. P. Kl. 59 Nr. 19447 vom 13. December 1881) construirten Gasmotor wirken die Explosionsgase auf die Flügel eines dem alten Pappenheim'schen Motor nachgebildeten Kapselrades; letzteres setzt ein gleiches, als Luftpumpe wirkendes Kapselwerk in Bewegung, welches das Gas ansaugt und in die Explosionskammer drückt.

Es zerfällt demnach dieser in Fig. 5 und 6 Taf. 13 gezeichnete Motor in 2 Theile: in den eigentlichen Gasmotor P und die Luftpumpe L. Beide sind durch 2 Wände mit Zwischenraum K von einander geschieden und in ein und demselben Gehäuse A hinter einander angeordnet, so daſs je zwei Flügelkolben auf ein und derselben Welle aufgekeilt sind. Das Gehäuse A ruht auf einem Behälter B, der das Gas erzeugende Oel, z.B. Erdöl oder Ligroin, enthält. In den Behälter B mündet das mit Rückschlagventil h versehene Lufteinsaugrohr g unter einer Glocke m, behufs möglichster Vertheilung der Luft im Oel und Sättigung derselben mit Gas. Am oberen Ende ist der Behälter mit der Luftpumpe L durch das Rohr d verbunden. Das bei der Umdrehung der Luftpumpe durch g und d angesaugte explosible Gasgemenge wird durch die Ventile e in den Zwischenraum K gedrückt und gelangt von hier durch die Oeffnungen a und b in den Gasmotor P. Um ein Zusammendrücken des Gases beim Uebergang aus der Luftpumpe L in die Kammer K zu bewirken, ist deren Fassungsvermögen kleiner, als es dem Wirkungsgrad der Luftpumpe entspricht.

Die Gaszufuhröffnungen a und b werden durch die Umdrehung der Flügelkolben des Gasmotors geöffnet und geschlossen. Die Zündflamme und die Zündöffnung z liegen den Oeffnungen a und b gegenüber, so daſs bei 1maliger Umdrehung der Räder 12 Explosionen erfolgen. Werden die 4 Oeffnungen a durch den Schieber p geschlossen, so kann das Gas nur durch b in den Motor gelangen und treten dann, da in jedem Flügelrad nur 3 Aussparungen b1 mit den Oeffnungen b übereinstimmen, bloſs 6 Explosionen ein. Die verbrannten Gase entweichen bei x aus dem Gehäuse. Behufs Kühlung der Flügelräder tauchen dieselben mit ihrem unteren Theile in das seitlich erweiterte und mit Wasser gefüllte Gehäuse ein. Das richtige Mischungsverhältniſs zwischen Gas und Luft wird durch Stellen des Lufthahnes l bewirkt.

Eine Verbindung der Flügelräder durch auſserhalb des Gehäuses liegende Zahnräder ist nicht vorgesehen. Es ist klar, daſs der Motor bei der Inbetriebsetzung eines Anstoſses bedarf, um den Gasmotor mit Gas zu füllen.

S-n.

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