Titel: Neuere Apparate für Spiritusfabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247 (S. 211–214)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/ar247082

Neuere Apparate für Spiritusfabrikation.

Patentklasse 6. Mit Abbildungen auf Tafel 17 ff.

Der in Fig. 1 Taf. 17 dargestellte Hochdruckapparat von A. Wernicke in Halle (* D. R. P. Nr. 17894 vom 28. Mai 1881) ist mit einer senkrechten Hohlwelle b versehen, an welcher Messer c schraubenförmig angebracht sind, um während des Kochens die Stärke haltigen Stoffe zu rühren und nach der conischen Spitze des Einmaischapparates zu drücken. Eine hohle, siebartig durchbohrte Welle d, auf welcher die Transportschnecke e sitzt, dreht sich in entgegengesetzter Richtung der Welle b und wird durch Rohr f mit hochgespannten Dämpfen versehen.

Der Hochdruckdämpfer zum Kochen von Körnerfrüchten von J. E. Christoph in Nisky (* D. R. P. Nr. 18345 vom 13. November 1881) hat, wie aus Fig. 2 Taf. 17 ersichtlich, ebenfalls eine senkrechte Welle A, welche mittels Kegelräder und Riemenscheibe ihren Antrieb erhält und bei e mit dem guſseisernen Rohr B verbunden ist. Der eine Schenkel f des Quersteges C ist hohl gegossen und bildet das Verbindungsrohr zwischen dem Dampfsperrventil E und dem ausgebohrten Nabentheil i des Steges. Das Rohr B ist hier ringförmig verstärkt und mit 6 Löchern versehen, durch welche der Dampf von f aus fortwährend in das Innere des sich drehenden Rohres B einströmen kann. Gegen das Eindringen von Maischgut in diese Dampföffnungen ist das Rohr durch die beiden Stopfbüchsen c |212| geschützt. Das untere Ende des Rohres B ist durch einen durchlöcherten Hohlkegel l abgeschlossen, durch dessen Oeffnungen der Dampf in die Spitze des Dämpfers strömt und hier das Maischgut dämpft. Auſserdem sind am Rohr B Rührarme n angeschraubt, welche der Länge nach durchbohrt sind und ist die hohle Welle B an den entsprechenden Stellen mit kleinen Löchern versehen, so daſs an jedem Rührarmende der Dampf frei ausströmen kann. Ferner befinden sich zwischen je 2 Rührarmpaaren in der Hohlwelle noch kleinere Dampföffnungen o. Auf der oberen Welle A sind mehrere aus Flacheisen hergestellte Rührarme p befestigt, welche vermöge ihrer schrägen Stellung die Körner stets nach oben zu treiben suchen, sobald sich die Welle A dreht.

Der Apparat zur Auflösung der Stärke im Henze'schen Dämpfer von J. Plischke in Krappitz und C. Weigel in Neifse (* D. R. P. Nr. 19550 vom 4. April 1882) besteht aus einem besonderen Druckcylinder, in welchem Wasser mittels Dampf erhitzt wird. Dieses heiſse Wasser soll dann beim Abtreiben der gedämpften Kartoffeln in den Dämpfer eingeführt werden, um eine völlige Lösung zu erzielen.

Das Sicherheitsventil für Dämpfer von Gebrüder Prankel in Groſs-Strehlitz (* D. R. P. Nr. 18172 vom 13. November 1881) ist zwischen Dampfzuleitungsrohr und Dämpfer so angebracht, daſs der zuströmende Dampf durch die Kammer des Sicherheitsventiles hindurchgehen muſs, ehe er in den Dämpfer gelangt. In die Kammer des Ventiles ist eine Scheidewand a (Fig. 3 Taf. 17) so eingefügt, daſs die dem Kochapparat zugekehrte Seite als Anprallfläche für aus dem Dämpfer aufsteigende Substanzen dient und die dem Sicherheitsventil zugekehrte Seite den Dampf zwingt, scharf unter die Ventilfläche zu blasen, so daſs Stoffe, welche durch die für die Dämpfausströmung in der Scheidewand ausgesparte Oeffnung ihren Weg nach oben nehmen, von dem eintretenden Dampfstrahl hinweggerissen werden.

Der Zerkleinerungsapparat für gedämpfte Kartoffeln von W. Reimann in Frankfurt a. d. Oder (* D. R. P. Nr. 18868 vom 2. November 1881) besteht aus einem guſseisernen Gehäuse mit Anschluſsstutzen an den Dampfkochapparat und einem Eckventil, welches durch ein Rohr zum Vormaischbottich führt. Der Schieber s (Fig. 4 Taf. 17) bildet eine volle Platte, während Schieber a rostförmig eingelegte Stahlmesser enthält. Beide können ganz vor der Durchgangsöffnung des Dämpfers vorgeschoben werden, so daſs man bei Verstopfungen den Durchgang frei machen kann.

Der Entleerungs- und Zerkleinerungsapparat von C. F. Mentz in Schilleningken, Ostpreuſsen (* D. R. P. Nr. 19169 vom 31. Januar 1882) hat den Zweck, den Henze'schen Dämpfer ohne Anwendung von Dampfdruck zu entleeren und gleichzeitig den Inhalt desselben zu zerkleinern. In den unteren Theil des Dämpfers wird zu diesem Zweck zugleich ein mit inneren Mahlzähnen versehenes, kegelförmiges Futter m (Fig. 5 Taf. 17) eingesetzt. Die Schnecke v auf der Welle w dient nur als Transportschraube, |213| die untere s aber gleichzeitig als Mahlkegel, indem sie den Inhalt des Apparates an der geriffelten Innenfläche zerkleinert.

Zum Ausscheiden der Schalen, des Strohes und der Hülsen von den in einem Henze'schen Dämpfer gekochten Kartoffeln und Körnerfrüchten verwendet E. Maage in Landsberg (* D. R. P. Nr. 17950 vom 10. April 1881) ein trichterförmiges Sieb ac. Die kurze Welle e, welche in dem gebohrten Theile c und in der Stopfbüchse k geführt wird, ruht mit einem Stahlkegel auf der Stellschraube g. Ein auf der Welle e mittels Schraubenmutter befestigtes Flügelkreuz hi ist mit seitlich gebogenen Flügeln versehen, welche sich dicht über der Siebfläche drehen. Der Stutzen o enthält ein Dampfeinlaſsventil; das Ausblasventil befindet sich bei q. Die Flügel zerkleinern die Kartoffeln und der Dampfdruck treibt die Stärketheile durch die Siebfläche hindurch, während durch die gebogene Form der Flügel die Schalen, Hülsen o. dgl. nach dem äuſseren Theil der Siebfläche geschafft bezieh. durch angebrachte Reinigungsöffnungen hindurch aus dem Apparat geworfen werden.

J. Hampel in Dresden (* D. R. P. Zusatz Nr. 18215 vom 23. Juli 1881) hat seinen Maisch- und Kühlapparat mit Mischrad und Ventilator abermals zu verbessern gesucht (vgl. 1881 241 * 276. 1882 245 119). Die Maischmühle nach Fig. 7 Taf. 17 hat cylindrische Mahlflächen, welche gegen einander nicht verstellt werden, sondern gleich den für die Zerkleinerung des Maischmaterials erforderlichen geringen Zwischenraum besitzen. Die feststehende Mahlfläche wird von der Verlängerung des halbkugelförmigen Gehäuses c im Kanalbalken n gebildet. Der bewegliche Theil der Maischmühle besteht aus einem halbkugelförmigen, an der Welle i befestigten und von dieser bewegten Läufer e, welcher nach oben und unten cylindrisch verlängert ist; die untere cylindrische Verlängerung bildet die bewegliche Mahlfläche.

Die feststehende ringförmige Mahlfläche d der in Fig. 8 Taf. 17 veranschaulichten Maischmühle ist unter dem mit Reinigungsöffnung k versehenen halbkugelförmigen Gehäuse c an dem Kanalbalken n befestigt; der auſserhalb der Mahlfläche befindliche cylindrische Rand bewirkt das senkrechte Eintreten des zerkleinerten Maischmaterials in das Gehäuse a. Der bewegliche Theil der Maischmühle besteht aus einem scheibenförmigen Läufer e, welcher mittels Stellschraube f und Stellring g an der Welle i befestigt wird.

Bei der Maischmühle nach Fig. 9 Taf. 17 wird der Läufer e von 2 Stellschrauben f und Schraubenfeder h so lange in seiner Stellung gehalten, als sich kein härterer Körper wie das gedämpfte Maisch material zwischen den Mahlflächen befindet- tritt aber ein im Maischmaterial befindlicher Stein, Nagel o. dgl. dazwischen, so gestattet die Feder demselben den Durchgang und führt dann den Läufer e in seine frühere Stellung zurück, so daſs Unterbrechungen beim Zerkleinern des Maisehmaterials vermieden werden.

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Der verstellbare Maischzerkleinerungsapparat der Mecklenburgischen Maschinen- und Wagenbau-Actiengesellschaft in Güstrow (* D. R. P. Nr. 19101 vom 23. November 1881) ist zum Einsetzen in einen Vormaischbottich bestimmt. Die Verstellung wird durch Drehen eines Handrades bewirkt, wodurch die Metallmutter b (Fig. 10 und 11 Taf. 17) auf und ab bewegt wird. Mahlstein c und Gehäuse d sind geriffelt. Am Umfange des Läufers befinden sich kleine Centrifugalschaufeln e, durch welche die noch nicht zerkleinerte Maische in den Einlauf f des Zerkleinerungsapparates hineingezogen, herumgeschleudert und zerrieben wird.

Bei dem in Fig. 12 Taf. 17 dargestellten Maisch-, Kühl- und Mahlapparat von Gaul und Hoffmann in Frankfurt a. d. O. (* D. R. P. Nr. 18009 vom 6. August 1881) wird die vom Dämpfer kommende Masse mittels Rohr a einem Mahlapparat b zugeführt, von welchem ein Gebläse c die Dämpfe absaugt. In dem Bottich erfolgt die Kühlung durch Kupferrohre g, welche oben und unten an Armen f bezieh. e befestigt bind und durch entsprechende Räderanordnung im entgegengesetzten Sinne an einander vorbei bewegt werden. Auf dem Maischapparat befindet sich eine Pumpe, welche die Maische aus dem Bottich ansaugt und durch den Mahlapparat drückt.

Der Maisch-, Verzuckerungs- und Kühlapparat von H. F. Eckert in Berlin (* D. R. P. Nr. 19129 vom 15. Januar 1882) besteht aus dem runden schmiedeisernen Gefäſs a (Fig. 13 bis 15 Taf. 17) mit senkrechter Welle b, welche unten den Mischflügel c trägt. Quer über dem Apparate liegen die durch Scheidewände in mehrere Abtheilungen getrennten, guſseisernen Hohlbalken d, in welche das Kühlwasser bei f eintritt, durch die Röhrensysteme e strömt und bei g den Apparat verläſst. Die aus einer Anzahl Röhren h und den Verbindungstheilen i und k gebildeten Kühlröhrensysteme können durch Lösen der Schrauben l in einzelne Theile zerlegt und somit auch im Inneren leicht gereinigt werden.

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