Titel: C. Gamper's Flammrohrkessel.
Autor: Gamper, C.
Fundstelle: 1883, Band 247 (S. 272–273)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/ar247100

C. Gamper's Flammrohrkessel.

Mit Abbildungen auf Tafel 21.

In Fig. 13 bis 17 Taf. 21 ist ein Dampferzeuger von C. Gamper in Sielce bei Sosnowice, Ruſsland (* D. R. P. Kl. 13 Nr. 19444 vom 29. Nov. 1881) dargestellt, welcher als ein Mittelding zwischen den gewöhnlichen Flammrohrkesseln und den Kesseln mit engen Rauchrohren angesehen werden kann. Er besteht aus einer Anzahl (6 in der Zeichnung) paarweise neben einander liegender stark geneigter Rohre a, welche von etwas engeren Feuerrohren e durchzogen werden. Je zwei über einander liegende Rohre a sind an beiden Enden durch Stutzen b mit einander und vorn durch einen Stutzen d mit einem ⊢-förmigen Oberkessel c verbunden; letzterer dient hauptsächlich als Dampfsammler. Auſserdem ist in dem letzten Feuerzuge ein ⌝-förmiger Vorwärmer hi angebracht. Die Rohre a und e sind durchweg geschweiſst und die ersteren sind so weit, daſs sie nach Herausnahme der Feuerrohre noch befahren werden können. Der Abstand der Rohre a und e von einander beträgt etwa 100mm. Die Heizgase umspülen zunächst auſsen die Rohre a, treten dann hinten in die Feuerrohre e ein, kehren in diesen nach vorn zurück, steigen hier nach oben, bestreichen noch den Oberkessel und schlieſslich den Vorwärmer. Das Speisewasser wird bei q in den vertikalen Schenkel des Vorwärmers eingeführt und dann durch ein enges Rohr k in die Rohre a der unteren Reihe vertheilt. Die festen Niederschläge werden sich hauptsächlich in den vertikalen Theil i des Vorwärmers ablagern, aus dem sie durch das Rohr r ausgeblasen werden können. Nachtheilig könnte die in dem oberen Theile von h sich etwa ansammelnde Luft werden; doch wäre diesem Uebelstande unschwer abzuhelfen.

Die Neuerung, auf welche sich allein der Patentschutz erstreckt, betrifft die Befestigung der Feuerrohre e in den Rohren a, welche ein bequemes Herausziehen der ersteren ermöglichen soll. Die Rohre e sind an beiden Enden mit gleichgerichteten kegelförmigen Verstärkungen versehen, welche in die an a angeschweiſsten Stirnringe eingeschliffen werden. Mit Hilfe von Bronzemuttern f, welche hinten auf die Rohre (Fig. 13) oder in dieselben (Fig. 14) eingeschraubt werden, sollen dann die Kegel fest eingepreſst und dampfdichte Verbindungen hergestellt werden. Es dürfte jedoch zu bezweifeln sein, daſs bei dieser Befestigung, welche eine fortwährend genau gleiche Längenänderung der Rohre a und e voraussetzt, dauernd ein guter Verschluſs zu erhalten sein wird.

Am hinteren Ende der Rohre e ist je eine Rolle g befestigt, durch welche dieselben beim Einsetzen und Herausziehen gestützt und geführt werden. Durch die guſseisernen Verschluſsthüren o und p sind die Rohre sowohl von vorn, wie von hinten zugänglich.

Der Kessel besitzt die Hauptvorzüge der Gliederkessel, wenn auch in geringerem Grade. Er ist bequem zu versenden, da die einzelnen |273| Theile an Ort und Stelle zusammengesetzt werden können; er hat eine groſse Heizfläche, liefert schnell Dampf, gestattet bei verhältniſsmäſsig geringer Blechstärke hohe Spannungen u.s.w. Auf der Moskauer Ausstellung 1882 war ein derartiger Kessel ausgestellt, über welchen Pfuhl im Praktischen Maschinen-Constructeur, 1882 * S. 409 berichtet.

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