Titel: Sibut's Apparat zur Herstellung von Drahtgittern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247 (S. 446–447)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/ar247167

Apparat zur Herstellung von Drahtgittern.

Mit Abbildungen auf Tafel 35.

Zur Herstellung von Drahtgeflechten mit geradlinigen Maschen schlägt C. Sibut in Amiens (* D. R. P. Kl. 7 Nr. 12829 vom 27. Juli 1880) den in Fig. 5 bis 8 Taf. 35 veranschaulichten Apparat vor.

In den zwei Schienen P1, welche quer über das Gestell A laufen, ist eine Reihe von Getrieben P gelagert, deren Naben zugleich als Achsen dienen. Jedes dieser Getriebe besitzt 3 Löcher, wovon das eine durch den Mittelpunkt geht. Die beiden durch jedes Getriebe geführten Drähte Y und Y1 können entweder durch die äuſseren Löcher laufen, in welchem Falle sie sich bei der Drehung des Getriebes um eine gemeinsame Achse winden (ähnlich wie zwei Garnfäden gezwirnt werden), oder der eine Draht geht durch das mittlere Loch und der andere zweite Draht wird um ersteren herum gewunden. In vorliegender Zeichnung ist der erstere Fall angenommen. Die Drehung sämmtlicher Glieder erfolgt mittels einer Gliederkette R und der Kurbel S. Die Drehungen theilen sich den durchgezogenen Drähten Y und Y1 mit und pflanzen sich sowohl nach der einen, wie nach der anderen Seite fort. Wollte man nun die Kette B immer nach einer Richtung bewegen, so würden die Drähte bald so stark zusammengedreht sein, daſs ein Weiterrücken unmöglich würde. Es werden daher die Getriebe abwechselnd nach rechts und nach links gedreht und bei jeder Umkehr der Bewegung ein Querdraht Z eingeschoben.

Die Drähte Y und Y1 laufen von Rollen, welche entsprechend gebremst werden. Das fertige Drahtgeflecht nehmen zwei mit genügendem Druck auf einander gepreſste Walzen B auf. Die Welle der oberen Walze steht mit einem Sperrrad C, in welches sich eine Klinke E legt, und einem Rade D in Verbindung, über welch letzteres eine mit Gewicht G belastete Kette geschlungen ist. Dieses Gewicht erzeugt die nöthige Spannung in den Drähten, genügt aber nicht, um Bewegung hervorzubringen.

Das Fortrücken des Drahtgeflechtes wird durch das Winkeleisen Q besorgt. Gegenüber den Getrieben ist Q mit Oeffnungen versehen, welche den freien Durchgang der Drähte gestatten. Unterhalb sind zu beiden Seiten die Winkelhebel N angebracht. Die Arme derselben sind einerseits mit ö, andererseits mit einer Schiene M beweglich verbunden; letztere kann durch den Hebel K hin und her geschoben werden. Der Hebel K ist auf einer Kette J befestigt, die über die Rollen H zu beiden |447| Seiten des Gestelles läuft. Das eine Ende ist mit einem Gewicht belastet, während das andere mit einem Fuſstritt in Verbindung steht. Drückt man letzteren nieder, so gleitet der Hebel K bis in den ersten Sperrzahn der Feder L und verschiebt somit die Schiene Q, also auch das Geflecht um ein bestimmtes Stück. Es erfolgt nun das Zwirnen der Drähte Y und Y1. Hierauf wird der Fuſstritt noch weiter niedergedrückt, bis der Hebel K in die zweite Sperrung von L fällt und dadurch das Geflecht abermals verschiebt. Ein Druck auf den Griff der Feder L führt sowohl den Hebel K, als auch das Winkeleisen Q in die ursprüngliche Lage zurück. Nun schiebt man einen Querstab Z zwischen die Drähte ein und zwirnt hierauf die Drähte Y und Y1 nach entgegengesetzter Richtung u.s.f. Das Sperrad C verhütet die rückgängige Bewegung des fertigen Drahtgeflechtes.

Die Enden der Querdrähte werden zu Oesen gebogen und Sibut gibt hierzu folgenden Apparat an: Auf einem kurzen Zapfen, welcher von zwei Lagern getragen wird, ist ein Würtel befestigt und um diesen eine Schnur geschlungen. Das eine Ende derselben ist belastet, das andere steht mit einem Fuſstritt in Verbindung, um den Zapfen hierdurch nahezu einmal herum zu drehen. Vorn trägt dieser Zapfen eine kleine Scheibe T (Fig. 8); in der Mitte ist ein Bolzen U und in einer bestimmten Entfernung von demselben, welche sich nach der Stärke des zu einer Oese zu biegenden Drahtes richtet, ein zweiter Bolzen V eingeschraubt. Der Draht wird auf die Auflage W gebracht und zwischen U und V hindurch bis zum Winkel X geschoben; letzterer wird so gestellt, daſs bei fertiger Oese das umgebogene Drahtende ein Kreuz mit dem Drahte selbst bildet, um welches sich die Drähte Y und Y1 winden und die Oese zusammenhalten (vgl. Fig. 6). Wird auf den Fuſstritt getreten, so bildet der Bolzen V die gewünschte Oese.

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