Titel: Rammversuche mittels Dynamit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 2 (S. 44–45)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi01_2

Rammversuche mittels Dynamit.

Der Oberlieutenant v. Prodanovic hat nach den Mittheilungen des k. k. technischen und administrativen Militär-Comité in Wien (Heft 7) die Prüfung gerammter Pfähle auf ihre Tragfähigkeit bezieh. das Nachpilotiren derselben mittels Dynamit versucht. Der Pfahlkopf wurde mit einer schmiedeisernen Kappe von 110mm Höhe bei 380mm Durchmesser und einem Gewicht von etwa 95k bedeckt und auf die Kappe die Patrone centrisch aufgelegt, welche aus Dynamit von 1k,4 Gewicht auf 1l laborirt worden war und aus einer Scheibe von 150mm Durchmesser, 21mm Höhe mit Pergamentpapierhülle bestand. Nach dem Einsetzen |45| eines elektrischen oder Zeit-Zünders wurde die Patrone mit Sand oder Lehm überdeckt und schlieſslich entzündet. Es ergab sich bei diesen Versuchen, daſs zwei Ladungen von je 0k,5 Dynamit die gleiche Wirkung ausübten wie beiläufig 10 Schläge eines 750k schweren Rammbärs bei 3m Fallhöhe. Die auf den Pfahlkopf aufgesetzten schmiedeisernen Kappen hielten 20 bis 24 Schüsse aus.

Die durch das Nachpilotiren jedes Pfahles verursachten Kosten betrugen in österreichischer Währung:

0k,5 Dynamit, in Patronen bezogen am Platz fl. 0,70
1 Sprengkapsel mit 1m Zündschnur 0,025
Herrichtung der Ladung 0,02
Herrichten des Pfahles und Auflegen der Kappe 0,675
Aufsatzkappen u. dgl., Regie 2,14
––––––––––
Für 1 Pfahl zusammen fl. 3,56.

Hiernach stellt sich das Nachpilotiren mittels Dynamit billiger und es läſst sich zugleich schneller ausführen, als wenn eine Kunstramme zur Verwendung gelangt.

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