Titel: Zur Prüfung der Benzoesäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 11 (S. 143–144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi03_11

Zur Prüfung der Benzoesäure.

Die officinelle Benzoesäure und deren Prüfung wird von C. Schneider im Archiv der Pharmacie, 1882 Bd. 220 S. 401 eingehend auf Grund von Versuchen |144| besprochen und schlieſslich die Prüfung mit übermangansaurem Kalium als zuverlässig empfohlen (vgl. Schacht 1881 243 171).

E. Schaer (Daselbst S. 425) zeigt, daſs die direkt aus Benzoë sublimirte Benzoësäure gegen übermangansaures Kalium sowohl in saurer, als in alkalischer Lösung eine auffallend reducirende Wirkung äuſsert, welche allen Benzoësäuren anderweitiger Abkunft nicht oder nur in beschränktem Maſse und entsprechend den vorhandenen fremden Beimengungen zukommt. In alkalischer Lösung tritt bei den nicht officinellen Säuren eine durch schwächere Reduction bedingte Grünfärbung ein. Die mit Kalk aus Benzoe gewonnene Säure erhält sich wie die künstliche Säure und wirkt nur dann ähnlich reducirend wie die echte sublimirte, wenn sie entweder aus Sublimationsrückständen bereitet ist, oder wenn zur Darstellung Zimmtsäure haltiges Material gedient hat.

Die direkt aus Benzoe mit Kalk bereitete Benzoesäure erlangt auch durch nachherige Sublimation nicht die der echten sublimirten zukommende Wirkung auf Permanganat. Den Benzoësäuren, welche nicht nach der Vorschrift der Pharmacopöe bereitet sind, läſst sich durch Sublimation unter Benzoezusatz die reducirende Wirkung auf Permanganat ertheilen; jedoch bleibt auch nach Zusatz von 20 Proc. Benzoëharz vor der Sublimation die erhaltene Säure in besagter Wirkung bedeutend hinter echter sublimirter Harzsäure zurück.

Die Zimmtsäure äuſsert für sich eine sehr energisch reducirende, der sublimirten Harzbenzoësäure qualitativ höchst ähnliche Wirkung auf Permanganat und bedingt somit selbstverständlich ein bei der Permanganatreaction abweichendes Verhalten solcher Säuren, welche Zimmtsäure als Beimengung führen, an und für sich aber (wie z.B. reine Toluolbenzoesäure) sich negativ verhalten würden. Eine gegen Permanganat sich negativ verhaltende, d.h. die saure Lösung nicht verändernde, die alkalische Lösung nur grün färbende Benzoesäure (so z.B. eine aus Siamharz mit Kalk bereitete Säure) erlangt selbst nach Zusatz von 10 Proc. Zimmtsäure nicht das Vermögen sofortiger Entfärbung des Permanganats; es erfolgt die Veränderung erst nach Verlauf einiger Minuten. Es vermag daher auch eine verhältniſsmäſsig hohe Beimischung von Zimmtsäure das specifische Verhalten echter sublimirter Benzoesäure nicht zu ersetzen.

Nach C. Leuken (Daselbst S. 518) muſs eine wirklich aus Siamharz sublimirte Benzoësäure sich beim Schütteln von 0g,1 derselben mit 16 Tropfen einer wässerigen Natronlösung (1 : 4) mit gelblicher bis bräunlicher Farbe klar Lösen; nach Zusatz von 16 Tropfen einer ½ procentigen Kaliumpermanganatlösung darf direkt kein Geruch nach Bittermandelöl auftreten; nach 8 Stunden muſs eine klare gelbliche bis grünliche Flüssigkeit über einem grauweiſsen bis bräunlichen Bodensatz stehen.

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