Titel: Neuerungen an Wellblechpressen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 3 (S. 139–140)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi03_3

Neuerungen an Wellblechpressen.

Die Wellblechpresse von Thyssen und Comp. in Mülheim a. d. Ruhr (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 19413 vom 21. August 1881) gestattet die Herstellung von Wellblechen gröſserer Dimensionen, als mittels der bekannten durch Excenter, Schrauben oder hydraulischen Druck betriebenen Maschinen möglich ist, wenn diese sich innerhalb praktisch brauchbaren Grenzen halten sollten; die Länge der bisherigen Trägerwellbleche betrug etwa 4m. Es werden hier zwei Sektoren in derselben Senkrechten derart aufgehängt, daſs sie durch ein Vorgelege um ihre Achsen in schwingende Bewegung versetzt werden können, während die Umfänge hierbei auf einander abrollen. Die abgedrehten Umfänge tragen nun die concentrischen Matrizen und Patrizen und zwar, wie üblich, je zwei eng neben einander liegende für die eigentliche Wellenform und je eine etwas abstehende zum Vorbiegen. Während jeder Schwingung der Sektoren wird nun eine Welle, vorgepreſst und eine zweite fertiggestellt. Um gröſsere Längen zu wellen, würde, wenn die Bogenlänge der Sektoren für dieselbe nicht genügen sollte, ein Vorschub bezieh. ein nochmaliges Durchführen stattfinden müssen, wobei die fertigen Wellen die Lehren für die neuen abgeben. – Auf Wellblechwalzwerken würde man den angegebenen Zweck besser erreichen.

A. Bachmeyer und Comp. in Berlin (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 19949 vom 24. Februar 1882) wollen eine selbstthätige Verstellung der Patrizen und Matrizen gegen einander während der Arbeit der Maschine, also während des Stempelniederganges erreichen. Die Matrizen und Patrizen, welche für die ganze Blechbreite vorgesehen sind, werden dem entsprechend durch Schraubenspindeln von irgend |140| einer Vorrichtung aus allmählich gegen einander gerückt, während die Preſsplatte gleichzeitig durch eine geeignet geformte Curvenscheibe oder durch Keile niedergedrückt wird. Dargestellt ist in der Patentschrift ein mit dieser eigenthümlichen Vorrichtung versehenes Wellblech-Walzwerk, bei welchem Patrizen und Matrizen natürlich Rollen sind. Hierbei wird nun bei der allmählichen Verengerung des Zwischenraumes der Rollen und beim gleichzeitig stattfindenden entsprechenden Niedergang der oberen Walze das durchgezogene Blech am vorderen Ende weitere Wellen besitzen als am hinteren; um deshalb eine Ungleichheit in der Blechform zu vermeiden, würde das Blech dann umgekehrt wieder in die Walzen gebracht, bezieh. hin- und zurück gewalzt werden müssen. Zu bemerken ist noch, daſs die Bewegungsvorrichtungen für die Schrauben und für die Curvenscheiben bezieh. Keile zwangläufig mit einander verbunden sind. – Durch diese Anordnung wird eine allmählichere Biegung der Wellen erreicht.

Mg.

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