Titel: Zur Verwendung des Hopfens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 7 (S. 141–142)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi03_7

Zur Verwendung des Hopfens.

Nach A. Schwarz (Praktischer Bierbrauer, 1882 S. 506) wird der ausgekochte Hopfen niemals im Stande sein, die Stelle der Klärspäne in der Bierbrauerei einzunehmen. Besser wäre die Verwendung desselben als Auflockerungsmittel |142| in der Maische; doch müſste er dann sofort nach Beendigung des Brauprozesses von den durch das Kochen ausgeschiedenen Eiweiſsstoffen gereinigt werden.

In einigen Brauereien wird jedoch, namentlich dort, wo viel Rohfrucht verbraut wird, der rohe Hopfen mit zum Maischen verwendet, leistet hierbei als Auflockerungsmittel ganz vortreffliche Dienste, beschleunigt den Abläuterungsprozeſs, das Brechen der Würze im Kessel und vermehrt in beträchtlicher Weise das Volumen der Treber. Wird aber roher Hopfen mit dem Malze, oder in einer besonderen Bütte mit der Rohfrucht eingemaischt, oder erst der Dickmaische zugesetzt, so tritt eine Verminderung der Malzausbeute von 5 bis 8 Proc. ein, weil durch den Hopfenzusatz vor Beendigung der Zuckerbildung die Wirksamkeit der Diastase gehemmt wird. Gibt man den Hopfen aber erst nach Erreichung der gewünschten Abmaischtemperatur hinzu, so erhält man eine höhere als die gewöhnliche Ausbeute. Hierbei fällt die Lockerung der Treberschichten ins Gewicht und gereicht der vollständigen Aussüſsung zum Vortheil. Siedet man auf Dick- oder Lautermaische, so darf man den Hopfen auch bei diesem Verfahren erst dann mitmaischen, wenn jene Dick- oder Lautermaische, mit welcher man die Endmaischtemperatur erreichen will, in die Maischbütte eingetragen oder gepumpt wird.

Um den rohen Hopfen zur Aromatisirung des Lagerbieres zu verwenden, hatte Schwarz vorgeschlagen, eine geringe Menge Hopfen, in weitmaschige Säckchen gestopft, dem Biere auf dem Lager- oder Ruhfasse, oder der Ruhebütte zuzugeben. Der Erfolg hat dem beabsichtigten Zwecke vollkommen entsprochen; nur dort, wo diese Säckchen zu viel Hopfen enthielten oder zu lange in dem mit Bier gefüllten Gefäſse verblieben, macht sich ein rauh bitterer Geschmack bemerkbar.

Sehr empfehlenswerth soll das Zusetzen von fein geriebenem Hopfen in die groſsen Ruhebütten sein; der auf die Oberfläche des Bieres gleichmäſsig vertheilte Hopfen soll zur Aromatisirung des Bieres beitragen und ein gutes Schutzmittel gegen Schimmelbildung sein.

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