Titel: Ueber die unvollkommene leuchtende Verbrennung des Aethers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 9 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi03_9

Ueber die unvollkommene leuchtende Verbrennung des Aethers.

Leitet man nach W. H. Perkin (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 2155) einen Strahl Aether aus einer Spritzflasche auf ein dickes heiſses Eisenblech, so verbrennt dieser bei Temperaturen über 260° mit eigenthümlich blauer Flamme; je höher jedoch die Temperatur ist, um so wahrscheinlicher tritt die gewöhnliche Verbrennung ein. Das beste Mittel, diese Flammen zu zeigen, ist, eine ziemlich stark erhitzte und auf einem Drahte aufgehängte kupferne Kugel von etwa 6mm,7 Durchmesser über eine mit Aether getränktes Filtrirpapier enthaltende Schale von etwa 100cm Breite zu bringen. Wenn die Kugel dem Aether naht, bildet sich eine schöne, mattblaue Flamme, welche die erhitzte Kugel umhüllt und darüber mehrere Centimeter hinaufsteigt. Die Kugel kann ganz bis in den Aether herabgelassen werden, ohne gewöhnliche Verbrennung hervorzurufen. Bei dieser unvollkommenen Verbrennung bildet sich neben Kohlensäure namentlich Aldehyd. Die Temperatur dieser Flamme ist so gering, daſs man die Finger hineinhalten kann.

Bei Paraffinen, Fettsäuren und Alkoholen wächst die Fähigkeit, diese Erscheinungen hervorzurufen, mit dem Moleculargewicht. Stoffe der aromatischen Reihe besitzen diese Fähigkeit nicht.

Die blauen Flammen und das Leuchten, welche von der unvollkommenen Verbrennung herrühren, sind ohne Zweifel dem gewöhnlichen Leuchten des Phosphors ähnlich; nur besteht der Unterschied darin, daſs diese Körper erhitzt werden müssen, während Phosphor die Erscheinung selbst bei gewöhnlicher Temperatur zeigt.

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