Titel: Nachweisung von Leuchtgas in der Zimmerluft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 11 (S. 186–187)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi04_11

Nachweisung von Leuchtgas in der Zimmerluft.

C. v. Than (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 2791) hat mit einer 3cm weiten Glasröhre folgende Versuche über die Explosionsfähigkeit eines Gemisches von Luft und Leuchtgas ausgeführt:

Gehalt an
Leuchtgas
Bei der Entzündung beobachtete Erscheinung
4 Proc. Das Gemisch war überhaupt nicht entzündlich.
5 Die Flamme war kaum sichtbar, pflanzte sich auſserordentlich
langsam fort und löschte sich gewöhnlich aus, bevor sie das
Ende der Röhre erreichte.
6 Ruhiges, sich sehr langsam fortpflanzendes Abbrennen.
|187|
7 Proc. Ruhiges, sich langsam fortpflanzendes Abbrennen.
8 Ruhiges, aber ziemlich rasches Abbrennen ohne Geräusch.
9 Rasches Abbrennen mit einem sausenden Geräusch,
10 Sehr rasches Abbrennen mit einem tiefen Explosionsgetöse.
13 Explosion mit heftigem pfeifendem Geräusch.
15 Heftige Explosion mit dumpfem Knalle.
20 Sehr heftige Explosion mit dumpfem Knalle.
25 Ruhiges Abbrennen ohne Knall oder Getöse.
30 Das Gemisch brennt nur an der Mündung des Gefäſses, ohne daſs
die Flamme sich ins Innere fortpflanzt.

Eine Analyse des verwendeten Leuchtgases von Budapest wurde nicht ausgeführt; frühere Analysen von A. Steiner (1869) und L. Hosvay (1876) hatten ergeben:

Steiner Hosvay
Schwere Kohlenwasserstoffe 8,04 4,87
Kohlenoxyd 4,94 5,88
Methan 36,55 34,68
Wasserstoff 43,35 51,32
Kohlensäure 4,55 2,34
Stickstoff 3,54 0,71
Sauerstoff 0,20
–––––– ––––––
100,97 100,00.

Than bestätigt dann die Unbrauchbarkeit des Ansell'schen Apparates aus den bereits vom Referenten (1877 223 546) angegebenen Gründen und empfiehlt zur Auffindung von Gasausströmungen die Verwendung eines mit kleinem Druckmesser versehenen porösen Thoncylinders, welcher mit einer das Gasgemisch enthaltenden Glocke bedeckt wird. Die Menge des Gases läſst sich annähernd aus der Höhe der in Folge der rascheren Diffusion des Gasgemisches gehobenen Wassersäule erkennen, wie dies mit einem fast gleichen Apparat von F. Fischer bereits in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1872 * S. 264 gezeigt wurde.

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