Titel: Zur Kenntniſs des kaukasischen Erdöles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 14 (S. 187–188)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi04_14
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Zur Kenntniſs des kaukasischen Erdöles.

Nach Markownikoff und N. Ogloblin (Chemisches Centralblatt, 1882 S. 754) entspricht der zwischen 150 bis 300° siedende Theil der kaukasischen Naphta nach Entfernung der Sauerstoffverbindungen der Zusammensetzung CnH2n_2, nach Entfernung der Kohlenstoff reicheren Kohlenwasserstoffe mittels Jod in der Siedehitze aber der Formel CnH2n. Durch Behandlung mit rauchender Schwefelsäure wurden 10 bis 20 Procent dieser Kohlenwasserstoffe in schwer trennbare Gemische von Sulfosäuren übergeführt. Die Fraction 180 bis 190° gab z.B. die Salze C11H15SO3Na und C10H13SO3Na, die Fraction 190 bis 200° die Salze zweier isomeren Sulfosäuren des Kohlenwasserstoffes C10H14, die Fraction 240 bis 250° C13H13SO3Na, C12H12(SO3Na)2 und C11H13SO3Na sowie C12H13SO3Na, aus welchen Kohlenwasserstoffe der Formel C11H14, namentlich aber C14H28 und C15H30 erhalten wurden.

Es enthält somit der zwischen 180 und 200° siedende Theil des Erdöles auſser wenig C11H16 noch Kohlenwasserstoffe CnH2n und als Hauptbestandteile Isomere des Cymols: Metamethylpropylbenzol und wahrscheinlich Durol. Der zwischen 240 und 250° siedende Theil enthält ein Isomeres des Propylnaphtalins, C13H14, dann C12H14, C11H14 und C15H30. Die Verfasser sehen keinen Anlaſs zu der Annahme, die aromatischen Kohlenwasserstoffe seien nicht schon fertig gebildet im Erdöl enthalten gewesen. Die Unbeständigkeit des Siedepunktes erklären sie durch die Anwesenheit dieser vielen Isomeren und braucht ihrer Ansicht nach nicht auf die Zersetzung während der Destillation zurückgeführt zu werden.

D. Mendelejeff widerspricht letzterer Angabe und zeigt, daſs die massenhafte Gasentwickelung während der Destillation nur durch eine Zersetzung erklärlich ist.

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