Titel: Vogel's Verfahren zur Hebung gesunkener und zur Rettung havarirter Schiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 5 (S. 183–184)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi04_5
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Vogel's Verfahren zur Hebung gesunkener und zur Rettung havarirter Schiffe.

Von J. O. Vogel in Dresden (* D. R. P. Kl. 65 Nr. 18750 vom 6. Dec. 1881) wird vorgeschlagen, in gesunkene Schiffe, um dieselben zu heben, und in beschädigte Schiffe, um dieselben flott zu halten, einen groſsen Gasvorrath in elastischen Behältern einzuführen und denselben so Schwimmkraft zu verleihen. Zur Ausführung dieses Verfahrens wird zunächst Kohlensäure in Betracht gezogen, dann aber auch gepreiste Luft, sowie die Anwendung der Wasserzersetzung.

Bei Benutzung von Kohlensäure wird der benöthigte Magnesit o. dgl. in einem gröſseren Behälter eingeführt, während die Säure erst im Augenblick des Gebrauches in irgend einer Weise eingelassen wird. Aus diesem Entwickelungsbehälter wird das Gas in die elastischen Schläuche eingeleitet, welche vorher in zusammengelegtem Zustande, in welchem sie den geringsten Platz einnehmen, an dem Ort des Gebrauches angebracht worden sind. Zur Hebung gesunkener Schiffe wird eine entsprechend groſse Anzahl Schläuche durch Taucher am Schiffe befestigt, während sich der Entwickelungsbehälter auf einem schwimmenden Boot befindet. Um dagegen ein Schiff im Fall einer Beschädigung vor dem Sinken zu bewahren, werden die Schläuche oder Ballons an den beschädigten Stellen angeordnet, um dem eindringenden Wasser entgegenzuwirken.

Bei der Füllung eines Cylinders von 600mm Durchmesser und 900mm Höhe mit 25k Magnesit und 23k 66°. Schwefelsäure würden nach Angabe des Erfinders in 1½ bis 2 Stunden 5cbm Gas sich entwickeln und in die mit dem Cylinder in Verbindung gebrachten Schläuche eintreten. Diese 5cbm Gas würden in 30m Tiefe bei 5/3 ihres Volumens 3at Spannung besitzen, also etwa einer Tragkraft von 1660k entsprechen. An der Oberfläche des Wassers würde jedoch die Compression des Gases geschwunden und eine Tragkraft von 5000k vorhanden sein. Nach dieser Rechnung würde eine groſse Anzahl solcher Gasentwickler nöthig sein, da aus Gründen der Sicherheit der Wirkung von einem einzigen groſsen Entwickler wegen der Unzuträglichkeiten, welche die Speisung aller Ballons von diesem Hauptapparat mit sich bringen würden, abgesehen ist. Das Verfahren ist nur in seinen Grundzügen angegeben und bleibt seine Ausbildung für die Praxis abzuwarten.

Mg.

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