Titel: Untersuchung des Thones von Löthain.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 9 (S. 185–186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi04_9

Untersuchung des Thones von Löthain.

Der Thon aus der Grube von H. Rühle ist nach H. Seger (Thonindustriezeitung, 1882 S. 403) hellbräunlich grau und, mit Wasser angemacht, äuſserst bildsam; beim Schlämmen durch ein 900-Maschensieb läſst er keinen nennenswerthen Rückstand. Die rationelle Analyse (vgl. 1878 228 432) ergab:

Feldspath 0,68
Quarz 16,28
Thonsubstanz 83,04
––––––
100,00.

Die Zusammensetzung des Thones und der Thonsubstanz war:

Thon Thonsubstanz
Kieselsäure 54,51 45,53
Thonerde 31,41 37,68
Eisenoxyd 0,68 0,82
Kalk 0,04 0,05
Magnesia 0,43 0,51
Kali 0,55 0,52
Wasser und org. Subst. 12,37 14,89
––––– –––––––
99,96 100,00.

Letztere entspricht demnach fast der Formel Al2Si2O7.H2O. Der geringe Eisengehalt bewirkt, daſs sich der Thon bei niedrigen Temperaturen rein weiſs brennt; in der Hitze des Porzellanofens nimmt er eine nur schwach gelblichweiſse Färbung an.

In Folge des geringen Alkaligehaltes bleibt in der Platinschmelzhitze die Form vollständig erhalten, der Thon ist dicht, in den Kanten durchscheinend, fast völlig weiſs und zeigt nur wenige pockige Auftreibungen. Der Feuerfestigkeitsquotient ist nach Bischof FQ.B = 6,12, nach Seger (vgl. 1878 228 244) FQ.S = 18,35. Die Schwindung aus dem formbaren Zustande bis zu völligem Austrocknen beträgt 9 Proc., bis zu Silberschmelzhitze 13,75 Proc. Er schwindet |186| bereits stark bei verhältniſsmäſsig niedriger Temperatur und nimmt dabei eine groſse Festigkeit an. Die Schwindung im Porzellanfeuer, wobei er dicht und nicht mehr saugend wird, beträgt 22,4 Proc. Der Thon würde wegen seiner auffallend weiſsen Farbe, dabei großen Bildsamkeit und Feuerfestigkeit mit groſsem Vortheil in der Steingutfabrikation sich an Stelle des „blue clay“ verwenden lassen, aber auch zu anderen Zwecken, z.B. für Kapseln, Retorten und Chamottefabrikate sowie zu Glashäfen u. dgl., sich vortrefflich eignen.

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