Titel: Zur Herstellung von Preſshefe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 8 (S. 311)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi07_8

Zur Herstellung von Preſshefe.

Zur Herstellung von Preßhefe aus rohen Kartoffeln werden nach J. Wehmer in Hankensbüttel (D. R. P. Kl. 6 Nr. 18569 vom 26. November 1881) für je 1cbm Bottichraum 400k geriebene rohe Kartoffeln in den 200l kaltes Wasser enthaltenen Vormaischbottich geschüttet und bis 50° erwärmt, dann 30k gequetschtes Grünmalz und 37k,5 Roggenschrot zugesetzt. Nun wird bis 56° erwärmt und entweder im Vormaischbottich 3l kalte, klare Schlempe beigegeben, auf 62° erhitzt, 1½ Stunden zur Verzuckerung stehen gelassen, gekühlt und mit 25° in den Gährbottich gebracht, oder der auf 40° gekühlten Maische werden 5l kalte Schlempe zugesetzt. Zur Gährung werden im Gährbottich 2k frische Preſshefe zugefügt, oder es wird gewöhnliche, mit 1k Preſshefe angestellte Grünmalzhefe hierzu verwendet.

Zur Gewinnung von Preßhefe aus Kartoffeln und Mais wird nach Fr. Burow in Preetz (D. R. P. Kl. 6 Nr. 18575 vom 9. December 1881) das Hefengut 2 Tage vor der Verwendung mit so viel Wasser von 62,5° eingemaischt, daſs eine Concentration von 15 Proc. Zucker erlangt wird. Nach beendeter Verzuckerung wird das Hefengut der Säuerung überlassen, bis ein Säuregehalt von 2 bis 2,2 Proc. eingetreten ist, darauf erforderlichenfalls abgekühlt und am 3. Tage 6 bis 7 Stunden vor dem Verbrauch mit 2k,5 stärkefreier Preſshefe bei 24 bis 25 Proc. unter Zugabe von 100cc Schwefelsäure abgestellt. Ist die Vergährung bis auf die Hälfte des Zuckergehaltes erfolgt, wobei der Säuregehalt um 0,5 Proc. zugenommen haben muſs, so wird das Hefengut mit 25l 24 bis 25grädiger Maische vorgestellt und dann nach ½stündigem Gähren der Hauptmaische unter nochmaliger Zugabe von 200cc Schwefelsäure zugegeben.

Zur Herstellung der Hauptmaische werden 300k Kartoffeln und 100k fein geschrotener Mais mit 600l Wasser zum Sieden erhitzt. Während dieser Zeit werden 70k zerkleinertes Grünmalz, 100k geschrotener Roggen und 30k Buchweizen eingemaischt. Das Gemisch wird im Vormaischbottich bei 62,5° gar gebrüht, die Maische ½ Stunde zur Verzuckerung stehen gelassen, dann gekühlt und im Gährbottich bei 24 bis 25° mit Hefe versetzt. Die abgestellte Maische soll 11,5 bis 12,5 Proc. Zucker und 0,4 bis 0,5 Proc. Säure enthalten.

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